Kinder mit Zöliakie | Praxis-Depesche 7/2019

Diät-Check mit immunogenen Glutenpeptiden

Die Zöliakie wird bekanntermaßen mit einer lebenslangen, strikt glutenfreien Diät behandelt. Regelmäßige Ernährungsinterviews sollen helfen, die Adhärenz sicherzustellen, sind aber nur wenig verlässlich. Eine objektive und sichere Art, die tatsächliche Glutenexposition festzustellen, ist die Bestimmung fäkaler immunogener Glutenpeptide (GIP).
Wie gut die Adhärenzkontrolle mittels GIP funktioniert, zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Studie, an der sich acht spanische Zentren beteiligten. Dort wurden von 64 Kindern mit diagnostizierter Zöliakie (Altersdurchschnitt vier Jahre, Interquartilbereich 1,5 bis neun Jahre) vor Beginn einer glutenfreien Diät sowie sechs, zwölf und 24 Monate danach Stuhl- und Blutproben erhoben. Zusätzlich gaben die Kinder bzw. ihre Eltern ein viertägiges Ernährungstagebuch ab.
Anhand des fäkalen GIP-Spiegels ließ sich auf die tatsächliche Glutenexposition rückschließen. Zum Diagnosezeitpunkt waren GIP bei fast allen Kindern (97 %) nachweisbar. Nach Umstellung auf eine glutenfreie Diät war dies nur noch bei 13 % der Fall. Danach stieg der Anteil der Gluten-exponierten Kinder aber mit der Zeit wieder langsam auf 25 % nach 24 Monaten an. Daraus errechneten die Autoren eine durchschnittliche Glutenbelastung von 5.543 mg/d bei Diagnose, 144 mg/d nach sechs und 606 mg/d nach 24 Monaten. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass das Einhalten der strikten Diät anfangs meist noch sehr gut gelingt, viele Patienten danach aber nachlässiger werden, vor allem, wenn typische gastrointestinale Symptome ausbleiben.
Gleichzeitig normalisierten sich aber die deamidierten Gliadin- Peptid(GDP)-Antikörper und nur 20 % wiesen nach 24 Monaten erhöhte tTG-Antikörper auf. Der tTG-Antikörperspiegel konnte nachweisbare GIP also nur mit geringer Sensitivität detektieren (p > 0,1). Die Beurteilung der Ernährungstagebücher korrellierte nur mäßig mit der nachweisbaren Glutenexposition (k = 0,5).
Die Bestimmung der immunogenen Glutenpeptide im Stuhl ist aus Sicht der Autoren damit ein zuverlässiger Anhaltspunkt, um die Diagnose und Diät-Kontrolle von Zöliakie-Patienten zu leiten. OH
Quelle: Comino I et al.: Prospective longitudinal study: use of faecal gluten immunogenic peptides to monitor children diagnosed with coeliac disease during transition to a gluten-free diet. Aliment Pharmacol Ther 2019; 49(12): 1484-92

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