Praxis-Depesche

Diabeteskongress 2018

Diabetes: Das Lipidprofil im Fokus

Menschen mit Diabetes, die unter einer maximalen diätetischen und lipidsenkenden Standardtherapie ihre Lipid-Zielwerte nicht erreichen, oder die diese nicht vertragen, können von der Behandlung mit einem PCSK9-Hemmer profitieren: Alirocumab senkt effektiv das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) und weitere atherogene Lipoproteine, ohne die Blutzuckerkontrolle zu beeinträchtigen.

Daten der STENO-2-Studie zeigen, dass bei Menschen mit Diabetes durch eine multimodale Intensivtherapie mit Blutzuckerkontrolle, Lebensstilmaßnahmen, Lipidtherapie und Blutdrucksenkung annähernd eine Halbierung des Risikos für kardiovaskuläre Komplikationen erreicht wurde. Der Anteil der lipidsenkenden Therapie an der kardiovaskulären Risikosenkung betrug dabei etwa 70%. Den europäischen Fachgesellschaften ESC und EAS (European Society of Cardiology und European Atherosclerosis Society) zufolge, liegt bei Menschen mit Diabetes und Endorganschaden oder schweren Risikofaktoren ein sehr hohes Risiko vor. Entsprechend soll ein LDL-C-Wert von unter 70 mg/dl (<1,8 mmol/l) oder eine 50-%ige LDL-Reduktion bei therapienaiven Ausgangswerten zwischen 70 und 135 mg/dl  (1,8-3,5 mmol/l) angestrebt werden. Dieses Ziel erreichen dem EUROASPIRE-IV-Register zufolge aber zwei Drittel der Patienten mit Diabetes und einer kardiovaskulären Erkrankung nicht.

Lassen sich mit hochpotenten bzw. maximal verträglich ausdosierten Statinen und Ezetimib die Therapieziele nicht erreichen, so stehen bei einer Hochrisikokonstellation in der Stufentherapie PCSK9-Hemmer zur Verfügung. Die Effektivität des PCSK9-Hemmers Alirocumab bei Menschen mit Diabetes und einer Dyslipidämie unterstreichen Studien aus dem Odyssey-Studienprogramm: In DM-INSULIN waren über 5000 Insulin-behandelte Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie einer Hypercholesterinämie eingeschlossen. Die Patienten waren trotz maximal tolerierter lipidsenkender Therapie nicht ausreichend kontrolliert. Nach 24 Wochen hatten 76% der Patienten unter Alirocumab die LDL- und 71% die non-HDL-C-Zielwerte erreicht. Unter Placebo gelang das nur 7 bzw. 14% der Patienten. Alirocumab war dabei sicher und wurde gut toleriert. Diabetesassoziierte Parameter wie HbA1c und Nüchternblutzucker wurden durch Alirocumab nicht beeinflusst. Die Studie DM-DYSLIPIDEMIA-Studie ergab vergleichbare Ergebnisse in einer Population von über 400 Patienten mit Typ-2-Diabetes und gemischter Dyslipidämie. MW


Quelle:

Symposium:
„Verbesserung der Therapie als Schlüssel für den Behandlungserfolg”, im Rahmen des Deutschen Diabetes Kongresses; Berlin, 9.5.2018; Veranstalter: Sanofi-Aventis
Alirocumab: Praluent®  (D)



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