Akutes Koronarsyndrom

Praxis-Depesche 6/2001

Diabetiker haben eine schlechtere Prognose

Über die Langzeitprognose von Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris in stationäre Behandlung aufgenommen werden, ist wenig bekannt. Das gilt speziell für Diabetiker, deren Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko nach einem akuten Herzinfarkt besonders hoch ist.

Im Verzeichnis der OASIS (Organisation to Assess Strategies for Ischemic Syndromes) werden Daten von Patienten mit akutem Herzinfarkt oder instabiler Angina pectoris in sechs verschiedenen Ländern prospektiv gesammelt. Diese Daten wurden analysiert, um die Zweijahres-Prognose von Diabetikern (n = 1718) im Vergleich zu Nichtdiabetikern (n = 6295), die mit einer instabilen Angina pectoris oder einem Non-Q-Wave-Infarkt (akutem Koronarsyndrom) hospitalisiert wurden, zu ermitteln. Diabetiker erhielten häufiger einen koronaren Bypass als Nichtdiabetiker (23 vs. 20%). Herzkatheter oder Angioplastien wurden bei beiden gleich häufig durchgeführt. Diabetiker hatten ein erhöhtes Mortalitätsrisiko (RR 1,57) sowie ein erhöhtes Risiko für kardiovaskulären Tod (1,49), Re-Infarkt (1,34), Schlaganfall (1,45) und Herzinsuffizienz (1,41). Im Vergleich zu den Nichtdiabetikern hatten Frauen ein signifikant höheres Risiko als Männer (RR 1,98). Diabetiker ohne frühere kardiovaskuläre Erkrankung hatten die gleichen Komplikationsraten wie Nichtdiabetiker mit früherer kardiovaskulärer Erkrankung.

Quelle: Malmberg, K: Impact of diabetes on long-term prognosis in patients with unstabel angina and non-Q-wave myocardial infarction, Zeitschrift: CIRCULATION, Ausgabe 102 (2000), Seiten: 1014-1019
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