Praxis-Depesche 10/2006

Die Gnathostomiasis breitet sich aus

Immer mehr Menschen reisen weltweit – dadurch breiten sich auch seltene Parasiteninfektionen aus. Ein Mediziner aus Texas beschreibt die Gnathostomiasis, eine Wurmerkrankung, die initial nur im südöstlichen Asien bekannt war.

Die Gnathostomiasis wurde erstmals 1889 in Thailand beschrieben. Es handelt sich um eine Zoonose, die durch Nahrungsmittel übertragen wird. Die Larven des Wurmes Gnathostoma spinigerum verursachen eine systemische Infektion.

Am häufigsten tritt die Gnathostomiasis in Ländern auf, in denen viel roher Fisch gegessen wird. Das Kochen von Nahrungsmitteln bei hohen Temperaturen dagegen tötet den Erreger sicher ab – ebenso wie das Einfrieren auf - 20 °C für drei bis fünf Tage.

Die erwachsenen Würmer werden etwa 2 bis 3 cm lang. Durch die wandernden Larven des Wurmes kommt es zu Infektionen im Magen- und Darmtrakt, in der Lunge, im Urogenitaltrakt sowie im ZNS und im Bereich von Augen, Nase oder Hals. Die betroffenen Patienten haben üblicherweise Fieber, Arthralgien, Diar rhoen, Übelkeit und Erbrechen sowie Hautveränderungen.

Die Infektion hat sich von Südostasien nach Südamerika und Mexiko ausgebreitet. Auch in Zentralafrika wurden Fälle beschrieben. In Korea, Indien, Sri Lanka, Bangladesh, China und Vietnam ist die Erkrankung ebenfalls bekannt.

Die Diagnose gelingt durch die Isolation der Larven z.B. aus Hautveränderungen. Auch serologische Tests stehen zur Verfügung.

Zur Behandlung eignet sich Ivermectin. Bedenken bestehen bei der Anwendung bei Kindern unter fünf Jahren oder mit weniger als 15 kg. Auch Albendazol kann zur Therapie der Gnathostomiasis mit Erfolg eingesetzt werden. (MO)

Quelle: Ligon, BL: Gnoathostomiasis: a review of a previously localized zoonosis now crossing numerous geographical boundaries, Zeitschrift: Seminars in Pediatric Infectious disease, Ausgabe 16 (2005), Seiten: 137-143
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