Naturmedizin gegen Grippe | Praxis-Depesche 10/2016

Diese Pflanzen wirken

Die fortlaufende Veränderung in der Antigenstruktur respiratorischer Viren erfordert eine stete Neuentwicklung der saisonalen Grippeimpfstoffe. Einige pflanzliche Mittel helfen seit jeher gegen Grippe und können daher eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Für die folgenden Kräuter und Tränke ist die Wirkung klinisch nachgewiesen:
  • Maoto (japanische Medizin aus vier Kräutern): Wirksamkeit vergleichbar mit Neuraminidase- Hemmer. Virusreduktion durch Förderung der virusgebundenen Antikörper.
  • Glycyrrhizin (Saponin der Süßholzwurzel): stimuliert die Interferon-g-Produktion der T-Zellen (nachgewiesen bei Mäusen).
  • Koreanischer roter Ginseng: Wirksamkeit umstritten. Reduzierte in zwei randomisierten Studien die Dauer, Schwere und Häufigkeit von Grippesymptomen, in zwei weiteren nicht.
  • Antiwei (chinesisches Grippemittel): Wirksam bei Erwachsenen mit Influenza-Infektion.
  • COLD-fX (Extrakt aus nordamerikanischem Ginseng): reduzierte bei immunkompetenten älteren Patienten das relative Risiko und die Dauer respiratorischer Symptome um 48 bzw. 55%.
  • Holunder und Cranberry: senken das Infektionsrisiko und Symptomatik von Influenza
  • Echinacea (Pflanzenextrakt): Wirksamkeit vergleichbar mit Oseltamivir bei Influenzainfektion im Frühstadium.
  • Carnosolsäure (Bestandteil in Salbei und Rosmarin): wirkt antiviral gegen humane respiratorische Synzytial-Viren (hRSV), nicht gegen Influanza-A.
  • Extrakte der Thujapflanze: begünstigen Zellüberleben nach Influenza-Infektion.
  • Cliacanthus siamensis (Pflanzenblätter): Erhöhte bei Mäusen gegenüber Oseltamivir die Influenzavirus-IgA- und IgG-Spiegel.
  • Granatapfel: unterdrückt die Replikation und Hämagglutination von Influenzaviren. Verstärkt die Wirkung von Oseltamivir.
  • Guaventee: hemmt Wachstum von Influenza A (H1N1). Wirksam auch gegen Oseltamivir- resistente Influenzastämme.
  • Epidemium koreanum (Medizinpflanze in China und Korea): hemmt Virus-Replikation verschiedener Influenza-Subtypen.
  • Baicalin (Bestandteil in Baikal-Hemmkraut): dosisabhängige antivirale Aktivität bei Mäusen belegt. Wirkt als Neuraminidase- Hemmer.
  • Bai Shao (Chinesisches Kraut): wirkt stark hemmend auf virale RNA- und Proteinsynthese, hemmt Hämaglutination und virale Penetration der Wirtszelle. OH
Quelle:

Mousa AH: Prevention and treatment of influenza, influenza-like illness ... J Evid Based Complementary Altern Med 2016; Epub Apr 6; doi: 10.1177/2156587216641831

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