Praxis-Depesche 14/2007

Discman täuscht Vorhofflattern vor

Es gibt verschiedene Situationen, die ein Vorhofflattern simulieren können, etwa Parkinson-Tremor. Dass dies auch ein tragbarer CD-Spieler schafft, zeigt ein Fall aus den USA.

Bei einer völlig gesund erscheinenden 20-jährigen Frau fand man im Routine-EKG ein Vorhofflattern (333 Schläge pro min). Die junge Frau wies keine Herzleiden, Arrhythmien oder Palpitationen in der Anamnese auf; ihre körperlichen Untersuchungsbefunde waren unauffällig, ebenso alle bis dato aufgezeichneten EKGs. Auch gab es keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenmiss­brauch. Während der EKG-Aufzeichnung hörte die Probandin Musik von einem Discman. Als dieser abgestellt und das EKG 3 min später wiederholt wurde, fand sich ein normaler Sinusrhythmus in allen Ableitungen.

In Ableitung III waren während des simulierten Vorhofflatterns normale P-Zacken aufgetreten. Dies lässt sich durch die Position des CD-Spielers auf der rechten Seite der Liege erklären. Hier befand er sich nah an den Elektroden des rechten Arms und weit entfernt von der Verbindung linker Arm/linkes Bein der Ableitung III.

Ärzte sollten diese mögliche Ursache eines EKG-Artefakts unbedingt kennen. (EH)

Quelle: Austin, SM: Atrial flutter simulated by a portable compact disk player, Zeitschrift: MAYO CLINIC PROCEEDINGS, Ausgabe 82 (2007), Seiten: 383-384
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