Orale Diabetestherapie | Praxis-Depesche 1/2000

Drei Jahre Erfahrung mit neuem Sulfonylharnstoff

Mit der Einführung des Sulfonylharnstoffs Glimepirid vor drei Jahren waren hohe Erwartungen verbunden, die sich an die bis dahin vorliegenden Studienergebnisse und das pharmakologische Profil der Substanz knüpften. Inzwischen liegen umfangreichere Erfahrungen mit der langfristigen Anwendung von Glimepirid vor.

Glimepirid ist ein Sulfonylharnstoff der 3. Generation, der sich von seinen Vorgängerpräparaten in verschiedener Hinsicht unterscheidet. Neben dem Vorteil der Einmalgabe und des günstigeren Nebenwirkungsprofils ist insbesondere der insulinsparende Effekt zu nennen: Glimepirid stimuliert die Insulinsekretion weniger als andere Sulfonylharnstoffe, was die Substanz speziell für eine Kombinationstherapie mit Insulin geeignet erscheinen lässt. In einer großen multizentrischen Studie benötigten Patienten, die mit Insulin und Glimepirid behandelt wurden, signifikant weniger Insulin für eine optimale Stoffwechseleinstellung als Patienten, die nur Insulin erhielten. Eine Anwendungsbeobachtung mit über 20.000 Typ-2-Diabetikern zeigte, dass Glimepirid das HbA1c von 8,9 auf 7,5% senkte, bei Ausgangswerten über 10% sogar um mehr als 2%-Punkte. Dass das Hypoglykämie-Risiko unter Glimepirid niedriger ist als zum Beispiel unter Glibenclamid, bestätigt eine demographische Erhebung im Raum Detmold-Lippe: Von 121 schweren Hypoglykämien standen 21 in Zusammenhang mit einer oralen Sulfonylharnstoff-Monotherapie. Davon waren 21 Patienten mit Glibenclamid behandelt worden und nur einer mit Glimepirid.

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