Nephropathie

Praxis-Depesche 3/2013

Ein Protein, das vor der Albuminurie auftritt

Mit der Zahl der Diabetiker nehmen die Fälle von diabetischer Nephropathie zu. Man hofft, durch Früherkennung davor schützen zu können.

Der etablierte frühe Marker eines diabetischen Nierenschadens ist die Mikroalbuminurie. Nicht immer führt diese aber zur progredienten Niereninsuffizienz; außerdem kommt eine solche auch bei Störungen wie Harnwegsinfekten und hämodynamischem Stress vor.

Für die glomeruläre Filtration ist u. a. eine spezialisierte Zellart wichtig, die Podozyten. Es gibt verschiedene Podozyten-spezifische Proteine, wie das Nephrin.

Nephrologen aus New York analysierten Nierenbiopsien von Typ-2-Diabetikern daraufhin, welche Podozyten-Proteine bei der Schädigung des Organs herunterreguliert werden. Dazu gehörte Nephrin. Dann bestimmten sie Nephrin im Urin von Typ-2-Diabetikern und Kontrollpersonen. Eine „Nephrinurie“ war bei allen Diabetikern mit Mikro- und Makroalbuminurie festzustellen, außerdem bei 54% der Patienten mit Normalbuminurie. Eine Nephrinurie korrelierte mit Albuminurie und systolischem Blutdruck sowie negativ mit dem Serum-Albumin.

Die Tatsache, dass Nephrin auch bei mehr als 50% der Diabetiker mit Normalbuminurie ausgeschieden wird, kann bedeuten, dass eine Nephrinurie der Mikroalbuminurie vorausgeht. Es wird zu prüfen sein, ob es sich tatsächlich um einen Marker der präklinischen diabetischen Nephropathie handelt. Vielleicht führen die Erkenntnisse auch zu früheren Interventionen dagegen. WE

Quelle: Jim B et al.: Dysregulated nephrin in diabetic nephropathy of type 2 diabetes: a cross sectional study, Zeitschrift: PLoS ONE, Ausgabe (2012)
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