Lymphoproliferative Erkrankungen

Praxis-Depesche 15/2002

Eine Infusion wöchentlich gegen Anämie

Der hämatopoetische Wachstumsfaktor Epoetin beta, einmal wöchentlich subkutan appliziert, erhöht bei anämischen Krebspatienten den Hämoglobinspiegel, senkt den Transfusionsbedarf und verbessert die Lebensqualität.

In der randomisierten prospektiven NOW-Studie (NeoRecormon Once Weekly) mit Parallelgruppen untersuchte ein europäisches Onkologenteam Wirksamkeit und Verträglichkeit zweier verschiedener Anwendungsmodi von Epoetin beta. 52 medizinische Zentren bzw. 241 anämische Patienten (Hb 9 bis 11 g/dl) mit niedriggradigem Non-Hodkin-Lymphom, multiplem Myelom oder chronischer lymphatischer Leukämie sowie relativem Erythropoetin-Defizit nahmen an der Studie teil. Es wurde mit 30 000 I.E. Epoetin beta einmal wöchentlich bzw. mit 10 000 I.E. dreimal wöchentlich 16 Wochen lang behandelt. Vergleichsparameter war der zeitadaptierte Bereich unter der Hb-Konzentrations-Zeit-Kurve (Hb-AUC). Der Unterschied zwischen den Hb-AUC betrug - 0,20 g/dl. Die Responderraten betrugen 72% (einmal wöchentlich Epoetin beta) bzw. 75% (dreimal wöchentlich). Der Hb-Nadir im Monatsintervall war in beiden Gruppen vergleichbar. Eine Korrektur der Anämie, definiert als Hb-Nadir über 11 g/dl (12 g/dl) wurde bei 83% (65%) der einmal wöchentlich bzw. bei 86% (68%) der dreimal wöchentlich behandelten Patienten erreicht. 9% bzw. 14% der einmal bzw. dreimal wöchentlich Behandelten erhielten Bluttransfusionen. Beide Anwendungsmodi erwiesen sich als vergleichbar gut verträglich. Die die Compliance fördernde Therapie mit nur einer Infusion pro Woche ist demnach empfehlenswert. (EJW)

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