Restless-legs-Syndrom

Praxis-Depesche 16/2006

Erweiterte Therapiemöglichkeiten mit Pramipexol

Die Symptome des Restless-legs-Syndroms (RLS) sind ausgesprochen unangenehm und führen nicht selten zu Suizidgedanken. Der in der Parkinson-Therapie bewährte non-ergoline Dopaminagonist Pramipexol kann die Beschwerden schnell und anhaltend bessern. Viele Betroffene können ihr normales Leben wieder aufnehmen.

Obwohl das RLS anhand der vier essentiellen Diagnosekriterien klinisch einfach festzustellen ist, gilt es als stark unterdiagnostiziert: Bei einer Prävalenz relevanter RLS-Symptome in der Bevölkerung von bis zu 10% sind ca. ein Drittel als behandlungsbedürftig anzusehen.

Neben den abendlichen bzw. nächtlichen Beschwerden belasten die vielfach unterschätzten Tagessymptome wie Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten den Kranken psychisch stark, schilderte die selbst betroffene BBC-Journalistin Julie Wadsworth. Schon die Angst vor Beschwerden lässt viele Patienten längere Auto- oder Flugreisen oder soziale Ereignisse wie Konzert- und Theaterbesuche vermeiden. Die Folgen sind ernste Probleme in Arbeitsleben und Freizeit.

Zu spürbaren Besserungen mit Pramipexol kommt es nach Erfahrungen von Prof. D. Garcia-Borreguero, Madrid, in zwei Tagen. In Studien wirkte der Dopaminagonist innerhalb der ersten Woche, reduzierte die Werte auf der IRLS-Skala signifikant, besserte die Lebensqualität und war auch über ein Jahr anhaltend wirksam. Zudem scheinen Ausweitung und/oder Verschlimmerung der Beschwerden sehr viel seltener vorzukommen als unter Levodopa. „In meiner Praxis sprechen 80 bis 90% an“, bestätigte Prof. J.W. Winkelman, Boston, die Wirksamkeit von Pramipexol, das seit April 2006 in dieser Indikation zugelassen ist. (JL)

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