Kolorektales Karzinom | Praxis-Depesche 20/2004

FOLFOX-4 auch als adjuvante Therapie

In der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms ist das Oxaliplatin-basierte Kombinationsschema FOLFOX-4 längst zum Standard in der First-line-Chemotherapie geworden. Die Daten der MOSAIC-Studie belegen den Nutzen der Dreierkombination aus 5-FU/FS plus Oxaliplatin auch in der adjuvanten Situation.

In der MOSAIC-Studie (Multicenter International Study of Oxaliplatin/5-FU/LV in the Adjuvant Treatment of Colon Cancer) erhielten 2248 Patienten mit operativ entferntem Kolonkarzinom im Stadium II und III über sechs Monate entweder eine 5-FU/FS-Therapie ohne (deGramont-Schema) oder mit Oxaliplatin (FOLFOX-4). Der Parameter rezidivfreies Überleben (DFS) nach drei Jahren wurde durch Oxaliplatin signifikant verbessert: Im FOLFOX-4-Arm lebten nach dieser Zeit noch 78,2% der Patienten rezidivfrei, in der Vergleichsgruppe waren es 72,9%. Wie U. Graeven Bochum, erläuterte, entspricht dies einer relativen Risikoreduktion von 23%. In der Gruppe der Patienten mit Tumorstadium III traten unter FOLFOX-4 um 24% weniger Rezidive oder Todesfälle auf, bei weniger kranken Patienten im Stadium II war das Risiko um 18% reduziert. Patienten im Stadium III überlebten mit Oxaliplatin zu 72,2% ohne Rezidiv vs. 65,3% unter 5-FU/FS. Im Stadium II betrug die Wahrscheinlichkeit eines rezidivfreien Überlebens 87% bzw. 84,3%. Die therapiebedingte Mortalität lag in beiden Therapiearmen bei 0,5%. Insgesamt war die Toxizität der FOLFOX-4-Therapie gering. Als Nebenwirkungen traten im FOLFOX-Arm bei 12% der Patienten sensorische Neuropathien Grad 3 auf, die jedoch eine gute Rückbildungstendenz zeigten. Daten zum Gesamtüberleben liegen noch nicht vor. Das Dreijahres-DFS sei bisherigen Studien zur adjuvanten Therapie des Kolonkarzinoms zufolge jedoch ein guter Prädiktor für das Fünfjahres-Gesamtüberleben. Man könne vermuten, dass der Unterschied im DFS auch eine Verbesserung des Gesamtüberlebens bedeutet, so Graeven. (djb)


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