Akute myeloische Leukämie

Praxis-Depesche 16/2004

Genexpressionsprofile verbessern molekulare AML-Klassifizierung

Die gegenwärtige Klassifizierung der akuten myeloischen Leukämie (AML) liefert nur in der Hälfte der Fälle korrekte therapeutische und prognostische Informationen. Ob Genexpressionsprofile das Problem beseitigen können, prüften zwei Studiengruppen in Ulm und in den Niederlanden.

In Ulm wurden Komplementär-DNA-Mikroarrays für Blut- und Knochenmarkproben von 116 Erwachsenen mit AML (davon 45 mit normalem Karyotyp) verwendet, in den Niederlanden Affymetrix-U133A-GenChips (n = 285) eingesetzt. In Ulm fanden sich neue molekulare Subtypen der AML, darunter zwei prognostisch relevante Formen mit normalem Karyotyp. Per Lern-Algorithmus konstruierte man einen 133-Gen-Outcome-Prädiktor, der das Gesamtüberleben in einer unabhängigen Validierungsgruppe genau vorher sagte. In der Multivarianzanalyse erwies sich dieser Prädiktor dann als aussagekräftiger unabhängiger Prognosefaktor. Die Holländer deckten 16 verschiedene Patientengruppen auf. Man identifizierte die Gene, die die Cluster bestimmten. Entscheidend für Clusterbildung war das Vorhandensein von Chromosomenläsionen, spezifischen Mutationen und abnormer Onkogenexpression. Es wurden einige neue Cluster ausgemacht, z. T. bei normalem Karyotyp, darunter einer mit ungünstigem Verlauf. (EH)

Quelle: Liu, ET: Microarrays and clinical investigations, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 350 (2004), Seiten: 1595-1597: , Zeitschrift: , Ausgabe (): , Zeitschrift: , Ausgabe ()
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x