Diabetestherapie | Praxis-Depesche

Gerade bei älteren Patienten ist Sitagliptin vorteilhaft

Bei älteren Patienten gilt für die Diabetestherapie: Sicherheit geht vor Wirksamkeit. Und dabei spricht vieles für Sitagliptin als Kombinationspartner oder Alternative für Metformin.

Die Mehrzahl der Typ-2-Diabetiker ist älter als 65 Jahre; denn das Alter ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Stoffwechselerkrankung. „Doch bei betagten Diabetikern ist manches anders als bei jüngeren“, so Dr. Stephan Arndt, Rostock, auf einer Veranstaltung von Berlin-Chemie im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Sehr gefürchtet sind laut Arndt insbesondere Stürze mit konsekutiven Frakturen. Auslöser solcher Ereignisse sind sowohl krankheitsbedingte Komplikationen wie Retinopathie, Polyneuropathie und Demenz als auch Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie, allen voran Hypoglykämien. Besonders gefährdet sind Patienten mit einer Niereninsuffizienz, da eine solche bei den oft polymorbiden Patienten mit Polypharmazie das Risiko für eine medikamentöse Wechselwirkung oder Nebenwirkung deutlich erhöht. Dies gilt insbesondere für Sulfonylharnstoffe, die gerade bei niereninsuffizienten Diabetikern zu schweren lang anhaltenden Hypoglykämien führen können.

„Bei älteren Patienten hat die Sicherheit der antidiabetischen Therapie immer Vorrang vor der optimalen Stoffwechselkontrolle“, so Arndt. Die Therapie mit Blutzucker-senkenden Substanzen sollte gerade bei älteren Menschen möglichst einfach, nebenwirkungsarm und insbesondere ohne Hypoglykämierisiko gestaltet werden. Bei der Auswahl der geeigneten Substanz steht aus Sicht des Experten die Beachtung der renalen und kardiovaskulären Sicherheit stärker im Vordergrund als das Erreichen einer normnahen Glykämiekontrolle. Deshalb seien Gliptine wie Sitagliptin eine sehr gute Wahl, da bei diesen kein Hypoglykämierisiko besteht. Das Medikament der ersten Wahl ist und bleibt Metformin, das nach neueren Empfehlungen in reduzierter Dosis bis zu einer GFR von 30 ml/min gegeben werden kann. Reicht dies aber nicht aus oder wird Metformin nicht vertragen, so spricht vieles für Gliptine. So kann Sitagliptin auch bei einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz bis zur Dialysepflichtigkeit eingesetzt werden. d.h. es besteht kein Kumulationsrisiko. Dagegen sollten SGLT2-Inhibitoren bei einer GFR <60 ml/min nicht mehr eingesetzt werden. Auch konnte für Sitagliptin in der TECOS-Studie die kardiovaskuläre Sicherheit überzeugend dokumentiert werden. PS


Quelle:

Satellitensymposium:

„Typ-2-Diabetes – (k)eine Frage des Alters“ im Rahmen des DDG-Kongress 2018, Berlin, 9.5.2018, Veranstalter: Berlin-Chemie AG

Sitagliptin: Xelevia®

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