Maximale Lebenserwartung | Praxis-Depesche 6/2019

Gesundheit statt Leben verlängern

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Lebenserwartung – vor allem durch die Reduktion der Kindersterblichkeit – in den meisten Ländern beträchtlich gestiegen. Sie liegt heute bei etwa 85 Jahren. Eine weitere Steigerung der Lebenserwartung ist vermutlich kaum möglich, Verbesserungen im Gesundheitszustand älterer Personen aber schon.
Weitere große Sprünge in der Lebenserwartung sind unwahrscheinlich, denn die Kindersterblichkeit lässt sich nicht mehr weiter senken. Ein Plus lässt sich also nur noch im höheren Lebensalter herausschlagen, und das ist schwierig. Denn der menschliche Körper ist für ein viel längeres Leben als wir es heute führen, schlichtweg nicht ausgelegt.
Tatsächlich hat sich in weiten Teilen der entwickelten ein gegenteiliger Trend herausgebildet: Die Sterblichkeitsraten für viele wichtige Todesursachen stagnieren oder sind sogar gestiegen. Die Erklärung ist plausibel: Beseitigt man die eine Erkrankung, erhöht sich mit steigendem Alter durch die Therapie oft das Risiko einer anderen. Allein schon aufgrund der zunehmenden Gebrechlichkeit.
Um das Maximum aus der möglichen Lebensspanne eines Menschen herauszuholen, ist es daher notwendig, ihn nicht nur am Leben, sondern auch so lange wie möglich gesund zu halten, bevor ein Problem das nächste nach sich zieht. Der Lebensstil steht dabei gar nicht so sehr im Fokus wie der Alterungsprozess selbst. Die Zeit wird damit zur größten Herausforderung der Medizin. OH
Quelle:

Olshansky SJ: From lifespan to healthspan. JAMA 2018; 320(13): 1323-4

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