Reversible Demenz

Praxis-Depesche 22/2003

Heilung nach langer Krankheit

Bei pulsierendem Tinnitus, den der Patient spürt oder der über dem Mastoid auskultierbar ist, sollten MRT oder Angiographie erfolgen. Die Ergebnisse ermöglichen häufig eine erfolgreiche Behandlung lange bestehender Symptome, wie der nachfolgend beschriebene Fall zeigt.

Ein 69-Jähriger litt seit vielen Jahren unter Migräne. Er stellte sich jetzt wegen zunehmender kognitiver Dysfunktion vor. Vor einem Jahr hatte er rechtsseitig einen pulsierenden Tinnitus entwickelt. Nun konnte er nicht mehr arbeiten. Zudem sah er häufig mehrere Stunden lang verschwommen, hatte eine unklare Aussprache und eine Hemiparese links. Kopf-CT, EKG, Echokardiographie und Karotis-Sonographie waren ohne Befund. Im MRT zeigte sich eine abnorme Struktur des rechten Sinus transversus. Die Angiographie ergab eine durale arteriovenöse Fistel mit Verschluss des rechten Sinus sigmoideus und retrogradem Abfluss in das tiefe zerebrale Venensystem und die Kortikalvenen. Die Therapie bestand in einer partiellen endovaskulären Embolisation. Danach kehrten die kognitiven Fähigkeiten zurück, der Tinnitus verschwand und der Patient konnte wieder arbeiten.

Quelle: Bernstein, R: Rapidly reversible dementia, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 361 (2003), Seiten: 392
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