Antikoagulation bei CVT | Praxis-Depesche 6/2018

Heparine sind sicher, vor allem LMWH

Zur Erstlinientherapie bei zerebralvenösen Thrombosen (CVT) empfehlen Leitlinien eine Antikoagulation mit Heparinen. Sie sollen Rezidive verhindern und die Rückbildung neurologischer Schäden unterstützen, könnten aber das Risiko für Blutungen und damit verbundene Komplikationen erhöhen. Forscher nahmen daher Nutzen und Risiken noch einmal genau unter die Lupe.

Analysiert wurden die Daten von vier prospektiven und zehn randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 1135 beschriebenen CVT-Fällen. Sieben Studien verglichen dabei niedrigmolekulare Heparine (LMWH) mit unfraktioniertem Heparin (UFH), und jeweils fünf bzw. zwei Studien verglichen LMWH oder UFH mit Plazebo. Sowohl hinsichtlich der Vermeidung neuer als auch in der Rückbildung bereits bestehender neurologischer Schäden fielen die Ergebnisse mit Antikoagulation deutlich besser aus als in der Plazebo-Gruppe. Das gleiche galt in punkto Mortalität und dem Auftreten von Blutungskomplikationen. Gegenüber Plazebo erwiesen sich also sowohl LMWH als auch UFH als effektivere (OR 4,76 respektive 4,12) und sicherere Option (OR 0,22 respektive 0,28). LMWH schnitten in fast allen Punkten besser ab als UFH. Die Ergebnisse galten auch für Patienten, die einen hämorrhagischen Schlaganfall erlitten hatten. OH


Quelle:

Xu W et al.: Efficacy and risks of anticoagulation for cerebral venous thrombosis. Medicine 2018; 97(20): e10506

ICD-Codes: I63.6

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