| Praxis-Depesche 24/2005

Hernie war Aneurysma

Chirurgen aus Nashville berichten von einem seltenen Fall, bei dem sich ein vermeintlicher Leistenbruch während der OP als Aneurysma der Femoralvene entpuppte.

Ein 50-Jähriger war mit starken Schmerzen und Schwellung in der Leistengegend in die Klinik gekommen. Während der Leistenbruch-OP trat plötzlich eine venöse Einblutung auf, die durch Nähen des Gefäßes gestoppt werden konnte. Postoperativ schwoll das rechte Bein stark an. Im Doppler-Ultraschall war eine starke Thrombose in der Vena femoralis sichtbar. Nach einer Therapie mit Antikoagulanzien wurde zwei Wochen später eine Thrombektomie versucht. Intraoperativ erwies sich der Thrombus als so groß, dass die Vene nicht gleichförmig durchgängig wiederhergestellt werden konnte. Der Patient bekam weiter Warfarin und Kompressionsstrümpfe. Ein Jahr später kam der Patient mit linksseitigen Schmerzen und Schwellungen in die Klinik. Die weiche, tastbare und verschiebbare Schwellung erwies sich im Doppler-Ultraschall als Aneurysma der linken Femoralvene. Dieses sackförmige Aneurysma wurde entfernt, die Vene wurde mit einem PTFE-Transplantat rekonstruiert. Unter Warfarin ist der Patient inzwischen beschwerdefrei. (MF)

Quelle: Castaldo, ET: Common femoral vein aneurysm simulating an inguinal hernia, Zeitschrift: AMERICAN SURGEON, Ausgabe 71 (2005), Seiten: 591-594

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