Instabile Blase

Praxis-Depesche 16/2000

Hohe Compliance bei Tolterodin

Mehr als sechs Millionen Menschen leiden unter der Symptomatik der instabilen Harnblase. Viele Ärzte unterschätzen den Leidensdruck ihrer überwiegend älteren weiblichen Patienten.

Eine an über 200 000 unselektionierten Patienten in Praxen niedergelassener Allgemeinmediziner, Urologen und Gynäkologen durchgeführte Prävalenzstudie brachte diese Information an den Tag. Die Einschätzungen von Patienten und Ärzten zum Vorliegen einer Blasenfunktionsstörung divergieren erheblich. 44% der über 60-Jährigen und 4% der 20- bis 30-Jährigen zeigten typische Symptome der instabilen Blase (Pollakisurie, imperativer Harndrang mit/ohne Dranginkontinenz). Von den Befragten hatten 44% keine Symptome, Pollakisurie wurde in 42% diagnostiziert, Dranginkontinenz in 20%. Obwohl diese Zahlen eindeutig sind, sprachen sich zwar 80% der Urologen, aber nur 40 bis 45 % der Allgemeinmediziner und Gynäkologen für eine medikamentöse Therapie aus. Bei letzteren gilt gehäufter Harndrang meist als "altersbedingte Befindlichkeitsstörung" ohne Krankheitswert und ohne Notwendigkeit der Medikation. In einer Anwendungsbeobachtung zu Wirksamkeit, Verträglichkeit und Compliance unter Gabe von 2 x 2 mg Tolterodin wurden über 22 000 Patienten mit instabiler Blase eingeschlossen. Zu Beginn der Behandlung mit Tolterodin gaben 95% der Patienten einen imperativen Harndrang an, nach drei Monaten nur noch 52%. Windeln benutzten anfangs 52%, nach dreimonatiger Therapie noch 32%. Insgesamt sanken die Miktionsfrequenz um 42%, die tägliche Dranghäufigkeit und Inkontinenz um 76% und der monatliche Windelverbrauch um 78%. Während herkömmliche Mittel häufig eine starke Mundtrockenheit auslösen, ruft Tolterodin nur vereinzelt diese Nebenwirkung hervor. Die Compliance der Patienten ist daher auch noch nach einem Jahr unter der Therapie sehr gut, erklärte Prof. Klaus Höfner, Medizinische Hochschule Hannover. (Ni) Tolterodin: Detrusitol® (D, A, CH)

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