Chronische myeloische Leukämie

Praxis-Depesche 4/2006

Imatinib bietet anhaltenden Überlebensvorteil

Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) profitieren langfristig von der Behandlung mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib: Dies zeigten die kürzlich vorgestellten 54-Monats-Daten der IRIS-Studie (International Randomized Interferon versus STI571): Nach dieser Zeit lebten noch 90,5% der Patienten.

In die multizentrische Studie wurden 1106 Patienten mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver CML eingeschlossen und entweder mit Imatinib oder mit Interferon alfa und Cytarabin offen behandelt. Die Auswertung nach 54 Monaten zeigte jetzt, dass noch 90,5% der Patienten am Leben sind, die zu Beginn der Studie auf die Behandlung mit Imatinib eingestellt wurden. Außerdem nahm das jährliche Risiko für eine Progression in fortgeschrittene Krankheitsstadien im Studienverlauf stetig ab, im vierten Jahr auf weniger als 1% pro Jahr.

Francoise Guilhot, Poitiers, verglich das Ergebnis von Patienten, die in der IRIS-Studie Imatinib erhielten (n = 551) mit CML-Patienten, die in einer früheren Studie mit Interferon und Cytarabin behandelt wurden (n = 325).

In dieser retrospektiven Analyse war Imatinib der Interferon-Cytarabin-Behandlung deutlich überlegen: Von den mit Imatinib behandelten Patienten lebten nach zwölf Monaten noch 99%, nach 36 Monaten 92%. Dagegen waren es bei den mit Interferon und ­ Cyt­arabin behandelten Patienten nach zwölf Monaten 98%, nach 36 Monaten nur noch 84%. Daher sollte heute bevorzugt Imatinib als Mittel der ersten Wahl bei der Behandlung von CML-Patienten eingesetzt werden, so Guilhot.(SK)

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