Non-Hodgkin-Lymphome

Praxis-Depesche 24/2002

Immun-Chemotherapie und Anämie-Korrektur

Ansprech- und Überlebensraten sowie die Lebensqualität von Patienten mit niedrig malignen und aggressiven B-Zell-Lymphomen lassen sich ohne Zunahme der Toxizität durch neue Therapien erhöhen. Die bisher unterschätzte Anämie-Korrektur könnte durch subkutane Selbstinjektion von Epoetin beta in Zukunft vereinfacht werden.

Neue Perspektiven bei niedrig malignen B-Zell-Lymphomen bietet der Einsatz des Anti-CD20-Antikörpers Rituximab zusätzlich zu den konventionellen Chemotherapie-Schemata. Bei einem mittleren Patientenalter von 60 bis 65 Jahren liegt ein Vorteil u. a. auch darin, dass die Immun-Chemotherapie mit Rituximab in allen Altersstufen angewandt werden kann, während andere Optionen wie Knochenmarkstransplantationen oder Minitransplantate mit Stammzellen eher für jüngere Patienten geeignet sind. Offenbar kann mit Rituximab die Behandlung aller B-Zell-Lymphome verbessert werden; Patienten aller Risikogruppen profitieren davon. Bei Patienten im Alter von 60 bis 66 Jahren mit rezidivierten, indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen führte die zusätzliche Verabreichung von Rituximab zu FCM zu einer hochsignifikanten Erhöhung der Gesamtansprechrate und mehr als einer Verdoppelung der Komplettremissionen bei gleich guter Verträglichkeit. Auch bei diffusen aggressiven B-Zell-Lymphomen ließen sich durch Zusatz von Rituximab zum CHOP-Schema die ereignisfreie Überlebenszeit und das Gesamtüberleben nach zwei Jahren bei gleichbleibender oder sogar besserer Verträglichkeit signifikant steigern. Die häufige Anämie verschlechtert die Tumor-Oxygenierung und beeinträchtigt damit die Wirksamkeit der Chemo- und/oder Strahlentherapie und auch die Lebensqualität. Eine Verlängerung des Behandlungsintervalls mit Epoetin von dreimal auf einmal pro Woche, die gleich gute Ergebnisse bringt, und die Möglichkeit einer subkutanen Selbstbehandlung zuhause könnten Compliance und Wirtschaftlichkeit verbessern. (LM)

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