Neue Therapie-Generation | Praxis-Depesche 4/2002

Immunotoxin gegen Haarzell-Leukämie

Etwa 2% aller Leukämien sind vom Haarzell-Typ. Neben der palliativen Splenektomie werden Alpha-Interferone und Purinanaloga therapeutisch eingesetzt. 60 bis 75% der so behandelten Patienten bleiben fünf Jahre lang in Remission. Die therapieresistenten Patienten haben eine sehr schlechte Prognose. Nun wurde ein rekombinantes Immunotoxin erprobt.

Das Immunotoxin RFB4(dsFv)-PE38 (BL22), welches bereits im Tierversuch und in vitro getestet worden ist, richtet sich gegen den CD22-Rezeptor der B-Zellen und bekämpft die Zelle mit dem an sie gekoppelten Pseudomonas-Toxin. 16 Patienten mit einer Cladribin-resistenten Haarzell-Leukämie erhielten jeden zweiten Tag insgesamt drei intravenöse BL22-Dosen unterschiedlicher Konzentration. Eine komplette Remission stellte sich bei elf Probanden ein, eine partielle bei zwei. Die drei Patienten ohne jegliche Antwort auf BL22 erhielten eine niedrige Dosierung oder hatten toxinneutralisierende Antikörper im Blut. Während des 16-monatigen Follow-up erlitten drei Patienten einen Rückfall und konnten mit einem zweiten Zyklus in die zweite Remission gebracht werden. Die Nebenwirkungen beschränkten sich neben dem zweimaligen Auftreten eines hämolytisch-urämischen Syndroms im wesentlichen auf transitorische Hypoalbuminämie und erhöhte Transaminasen.

Quelle: Schnipper, LE: A magic bullet for cancer - How near and how far?, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 345 (2001), Seiten: 283-284: , Zeitschrift: , Ausgabe ()

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