Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Praxis-Depesche 12/2000

Immunsuppression mit Azathioprin stoppt schweren Verlauf

Eine immunsuppressive Behandlung mit Azathioprin wird als Therapie der ersten Wahl bei schweren, steroidrefraktären oder steroidabhängigen chronisch aktiven Verläufen sowie zur Remissionserhaltung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa empfohlen.

Erfahrungen des niedergelassenen Gastroenterologen Dr. Dietrich Hüppe, Herne, zeigen, dass diese aktuellen Konsensus-Empfehlungen nicht nur in kontrollierten Studien, sondern auch in der täglichen Praxis gut funktionieren. Er therapiert seit drei Jahren 29 steroidabhängige Crohn- und 23 Colitis-ulcerosa-Patienten mit Azathioprin in einer Dosierung von 1,5 - 2,5 mg/kgKG (75 - 175 mg). Aktuell befinden sich zwölf (41,4%) der Crohn- und 17 (74%) der Colitis-ulcerosa-Patienten in Remission, d. h., sie sind seit über sechs Monaten ohne Steroidbehandlung rezidivfrei. In Teilremission, d. h. ohne klinische Rezidive unter Beibehaltung von topischen oder niedrig dosierten systemischen Steroiden, befinden sich sieben (24,1%) der Crohn- und drei (13,0%) der Colitis-ulcerosa-Patienten. Bewährt hat sich die initiale Gabe von 50 mg Azathioprin im akuten Schub. Nach 14 Tagen sollte die Dosis auf 1,5 - 2,5 mg/kg KG erhöht und die Steroidtherapie langsam ausgeschlichen werden. 75% der Patienten vertrugen die Therapie gut. Bei zehn Crohn-Patienten (34,5%) musste die Therapie auf Grund von Nebenwirkungen abgebrochen werden. In drei Fällen kam es zu einer Pankreatitis, bei zwei Patienten stiegen die Transaminasen auf über 100 U/l an. Vier Patienten klagten über Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen, in einem Fall entwickelte sich eine Leukopenie (kleiner als 2000/ml). Die Behandlung wurde entweder mit Steroiden, Methotrexat oder Mycophenolatmofetil fortgesetzt. - Drei Colitis-ulcerosa-Patienten (13%) brachen die Behandlung wegen Übelkeit, Erbrechen, Gelenk- und Muskelschmerzen ab. Sie wurden mit topischen Steroiden weiterbehandelt.

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