Zervikale HPV-Infektion | Praxis-Depesche 22/2002

Infektion schon häufig in der ersten sexuellen Beziehung

Die Prävalenz des zervikalen humanen Papillomavirus (HPV) steigt mit zunehmender Anzahl sexueller Partner. Daher ist die Annahme verbreitet, dass die Infektion nur als Folge sexueller Promiskuität erworben wird. Englische Epidemiologen haben nun die Häufigkeit der HPV-Infektion bei Frauen untersucht, die erst einen Sexualpartner hatten.

242 Frauen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren wurden in die Studie eingeschlossen. Die Frauen hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung nur einen Sexualpartner gehabt; sie wurden interviewt und zervikale Abstriche wurden virologisch untersucht. 46% der jungen Frauen hatten bereits innerhalb von drei Jahren nach dem ersten Geschlechtsverkehr eine zervikale HPV-Infektion. Die mittlere Zeit zwischen dem ersten Geschlechtsverkehr und dem Nachweis der HPV-Infektion betrug nur drei Monate. Diese Ergebnisse zeigen, dass die HPV-Infektion sehr häufig ist und vermutlich als unvermeidbare Konsequenz sexueller Aktivität gesehen werden muss. Auf jeden Fall sollten Frauen mit HPV-Infektion nicht als sexuell promiskuitiv stigmatisiert werden. (MO)

Quelle: Collins, S: High incidence of cervical human papillomavirus infection in women during their first sexual relationship, Zeitschrift: BJOG: British journal of obstetrics and gynaecology, Ausgabe 109 (2002), Seiten: 96-98

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