NSCLC | Praxis-Depesche

Innovative Substanzen ermöglichen eine Präzisionstherapie

Trotz gewisser Fortschritte ist die Prognose des Nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms unter der alleinigen Chemotherapie schlecht. Somit besteht Bedarf an neuen Behandlungsstrategien. Mit Alectinib und Atezolizumab stehen innovative Substanzen zur Verfügung, die eine Präzisionstherapie erlauben und somit das Outcome verbessern.

Die primäre Auswertung der ALEX-Studie ergab, dass bei ALK+ Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC Alectinib dem Crizotinib überlegen ist; die PFS wurde um 53% verlängert. Jetzt wurde ein Update der Daten nach 2 Jahren vorgestellt. Danach senkt Alectinib im Vergleich zu Crizotinib das Risiko für Tod oder Progression um 57%. Das mediane PFS lag in der Alectinib-Gruppe bei 34,8 Monaten, unter Crizotinib dagegen nur bei 10,9 Monaten. Bei Vorliegen von Hirnmetastasen standen 27,7 Monate unter Alectinib 7,4 Monate unter Crizotinib gegenüber. Die Vergleichszahlen bei Patienten ohne Hirnmetastasen waren 34,8 vs. 14,7 Monate.

Im Rahmen der IMpower-150-Studie wurde der Frage nachgegangen, ob durch die Gabe des PD-1L-Inhibitors Atezolizumab zusätzlich zu einer Platin-basierten Chemotherapie plus Bevacizumab im Rahmen einer First-line-Therapie die Prognose bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Nicht-Plattenepithel-NSCLC verbessert werden kann. Durch die zusätzliche Gabe von Atezolizumab wurde das mittlere Gesamtüberleben bei Patienten ohne EGFRmut- bzw. mit ALK+ von 14,7 Monate auf 19,2 Monate verlängert, das entspricht einer Verbesserung um 22%.

Im Rahmen der IMpower 131-Studie wurde die Kombination Atezolizumab plus Platin-basierter Chemotherapie-Doublette (Carboplatin plus Nab-Paclitaxel) mit der alleinigen Chemotherapie bei 1021 Patienten mit einem Plattenepithel-NSCLC verglichen. Durch die zusätzliche Gabe von Atezolizumab konnte bei einem mittleren Follow up von 17,1 Monate das mediane PFS von 5,6 Monate auf 7,3 Monate verlängert werden. Das Risiko für Tod oder Progression wurde somit um 29% reduziert. Während bei 24,7% unter der Kombination keine Verschlechterung auftrat, war dies unter dies unter der alleinigen Chemotherapie bei nur 12,0% der Patienten der Fall. Dieser Benefit fand sich unabhängig vom PD-L1-Expresssionslevel, also auch bei PD-L1-negativen Patienten. Doch bei einer hohen PD-L1-Expression war die Wirksamkeit deutlich stärker als bei einer niedrigen bzw. fehlenden PD-L1-Expression. Nach einem Jahr lebten in der kombiniert behandelten Gruppe noch 55,6%  der Patienten und 56,9 % in der Chemotherapie-Gruppe. Nach zwei Jahren waren es 31,9% vs. 24,1%. PS


Quelle:

Fachpressekonferenz:

"Aktuelles vom Amerikanischen Krebskongress 2018", Düsseldorf, 12.6.2018; Veranstalter: Roche
Alectinib: Alecensa®

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