Obstruktive Schlafapnoe

Praxis-Depesche 2/2015

Invasive Technik hilft gegen Aussetzer

Nicht jedem Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ist mit einer CPAPMaske zu helfen. Eine Elektrostimulationstherapie „à la Herzschrittmacher“ kann eine Alternative sein.

Auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin wurden Daten zur Stimulationstherapie der oberen Atemwege vorgestellt. Sie besteht aus einem „Herzschrittmacher-artigen“ Gerät, welches mit einem Atmungssensor und einer Stimulationselektrode (für den Nervus hypoglossus) implantiert wird. Indikation ist die mittelgradige bis schwere OSA, bei der CPAP nicht zur Anwendung kommen kann und kein retropalataler konzentrischer Kollaps vorliegt.

19 Patienten (davon 18 Männer) wurden in vier Zentren in Deutschland mit der Nervenstimulation behandelt (Alter im Schnitt 55,2 Jahre, BMI 28,1 kg/m2). Der Ausgangs- AHI betrug 33,3/h (Apnoe-Hypopnoe-Index, Anzahl der respiratorischen Ereignisse pro Stunde). Zwölf Monate nach der Implantation sank der Wert auf 10,1/h, nach 18 Monaten auf 10,3/h und nach 24 Monaten auf 5,6/h (Hohenhorst W, 2014).

An einer größeren Multicenterkohorte konnte gezeigt werden, dass sich auch subjektive Parameter durch die Nervenstimulation bis zu 18 Monate besserten (n=123). Ausgewertet wurden neben objektiven Werten auch die beiden Fragebögen ESS (Epworth Sleepiness Scale) und FOSQ (Functional Outcomes of Sleep Questionnaire). Nach zwölf Monaten hatten sich signifikante Verbesserungen eingestellt, die auch nach insgesamt 18 Monaten noch erhalten blieben. Auch nach vorübergehender Therapieunterbrechung war den Autoren zufolge eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Stimulation möglich (Maurer JT et al., 2014). CB

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