Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen | Praxis-Depesche

Je früher desto wirksamer

Für die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) werden effektive und gut verträgliche Therapien benötigt. Eine frühzeitige Therapie mit dem Erstlinien-Biologikum Vedolizumab ermöglicht ein optimales Langzeitmanagement.

Patienten mit CED, die auf eine konventionelle Therapie oder einen Tumornekrosefaktor-α (TNFα)-Antagonisten unzureichend oder nicht mehr ansprechen oder Unverträglichkeiten gegen diese Therapien aufweisen, haben die Möglichkeit von der Therapie mit Vedolizumab zu profitieren. "Der Integrin-α4β7-Antagonist greift gezielt in das Entzündungsgeschehen im Darm ein, indem er spezifisch die Infiltration von inflammatorischen Lymphozyten in die Darmwand verhindert", erläuterte Prof. Stefan Schreiber, Kiel, auf einer Veranstaltung von Takeda.

Er verwies auf eine Post-hoc-Analyse der GEMINI-1-Studie, in welcher die Verbesserung der Symptomatik bei Patienten mit aktiver Colitis ulcerosa (CU) unter Vedolizumab gegenüber Plazebo untersucht wurde. Für die Analyse wurden die Angaben der Patienten zu rektalen Blutungen (RBS) und zur Stuhlfrequenz (SFS) in den Wochen 0, 2, 4 und 6 sowohl für die Gesamtpopulation als auch für die Subgruppe der Anti-TNFα-naiven Patienten evaluiert. In der Gesamtpopulation berichteten nach sechs Wochen signifikant mehr Patienten unter Vedolizumab von einem RBS =0 oder SFS ≤1, bei den Anti-TNFα-Naiven war der Unterschied zu Plazebo bereits ab Woche 2 signifikant. Schreiber stellte eine weitere  Post-hoc-Analyse der GEMINI-2-Daten bei  Patienten mit aktivem Morbus Crohn (MC) vor. Hier wurden in Woche 0, 2, 4 und 6 die für den Patienten wichtigen Parameter abdomineller Schmerz und Anzahl der flüssigen bzw. sehr weichen Stuhlgänge  ausgewertet. Vedolizumab führte schon ab Woche 2 zu einer signifikanten Abnahme des jeweiligen Parameters und des aus beiden Parametern zusammengesetzten Endpunktes gegenüber Plazebo.

Die beiden Post-hoc-Analysen belegen, dass bereits ab der zweiten Woche mit Vedolizumab bei CU und MC symptomatische Besserungen erreicht  werden und sprechen laut Schreiber für den frühzeitigen Einsatz von Vedolizumab bei CED. ME


Quelle:

Fachpressekonferenz:
„Nachhaltige Behandlungskonzepte bei CED – Herausforderungen und Perspektivenwechsel“, Mannheim 16.4.2018,  Veranstalter: Takeda

Vedolizumab: Entyvio®

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.