Anaphylaxie | Praxis-Depesche 7-8/2020

Kardiale Komplikation bei Adrenalingabe

Anaphylaxie als lebensbedrohliches Ereignis erfordert die prompte Gabe von Adrenalin i.m. Allerdings wurde auch von Fällen mit kardiovaskulären Komplikationen wie Herzinfarkt und Koronarspasmen berichtet.
Die Autoren beschreiben den Falles eines 23-jährigen Mannes, der sich in der Klinik u. a. mit Engegefühl im Rachen vorstellte. Zwei Stunden zuvor war er von einem Insekt gestochen worden. Aus der Vorgeschichte war das Auftreten von Angioödemen im Zusammenhang mit Medikamenten und Kontrastmitteln bekannt. Die Untersuchung ergab außer einer geröteten und geschwollenen Uvula keine auffälligen Befunde. Er erhielt Tetanustoxoid i.m., Hydrokortison und Chlorpheniramin i.v. Innerhalb von Minuten verschlimmerte sich das Engegefühl, und Benommenheit kam hinzu. Nun verabreichte man ihm 0,5 mg Adrenalin (1 : 1.000). In den folgenden drei Minuten entwickelte der Patient quälende, linksseitige Brustschmerzen und verlor das Bewusstsein. Der Blutdruck stieg auf 181/87 mmHg, während im EKG ein Sinusrhythmus ohne Anzeichen einer Ischämie beobachtet wurde. Nach Sauerstoffgabe von 15 Litern pro Minute erholte sich der Patient nach wenigen Minuten ohne weiteren Brustschmerz. VW
Quelle: Leow SN, Tang WS: Angina after anaphylaxis treatment. Malays Fam Physician 2019; 14(3): 65-7
ICD-Codes: T78.2

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