Ätiologie des Schlaganfalls | Praxis-Depesche 10/2000

Karotisstenose als Ursache überschätzt

Ist bei einem Patienten eine symptomatische oder asymptomatische Karotisstenose bekannt, wird ein späterer Schlaganfall meist darauf zurückgeführt. Dass dies nicht immer stimmen muss, zeigt eine prospektive Beobachtungsstudie.

Im Rahmen der "North American symptomatic carotid Endarterectomy Trial" (NASCET) wurden 2 885 Patienten mit einer symptomatischen Stenose der A. carotis interna über fünf Jahre nachverfolgt. Insgesamt traten in diesem Zeitraum bei 749 Patienten 1 039 Schlaganfälle auf. In 112 Fällen war der Schlaganfall auf eine kardiale Embolie zurückzuführen, in 211 Fällen handelte es sich um lakunäre Infarkte,bei 698 Patienten lag die Ursache in den großen Gefäßen, in 17 Fällen handelte es sich um eine primäre intrazerebrale Blutung und in einem um eine Subarachnoidalblutung. Bei einer Karotisstenose von weniger als 70% Lumeneinengung hatten rund 35% der zerebralen Infarkte im Versorgungsgebiet nicht ihren Ursprung in den großen extrakranialen Gefäßen. Bei 70- bis 99%iger symptomatischer Stenose betrug dieser Anteil immer noch 21%; war die hochgradige Stenose asymptomatisch waren es ca. 45%.

Quelle: Barnett, HJM: Causes and severity of ischemic stroke in patients with internal carotid artery stenosis, Zeitschrift: JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL INFORMATICS ASSOCIATION, Ausgabe 283 (2000), Seiten: 1429-1436

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