Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Praxis-Depesche 13/2006

Karzinom-Prävention mit 5-ASA möglich?

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben ein erhöhtes Karzinomrisiko, das sich neueren Erkenntnissen zufolge durch eine Therapie mit 5-ASA senken lässt.

Bislang gibt es keine zufriedenstellenden Therapiemöglichkeiten für kolorektale Karzinome, sodass präventive Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen sowohl die endoskopischen Kontrolluntersuchungen von Patienten mit chronisch entzündlichen Darm erkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) als auch die prophylaktische Kolektomie.

Eine Chemoprävention von kolorektalen Karzinomen war bislang nicht möglich. Hoffnungen wurden zu nächst in NSAID gesetzt. Allerdings zeigte sich, dass diese die Symptome einer Colitis ungünstig beeinflussen können, sodass eine routinemäßige Anwendung nicht in Frage kommt. Ein anderer vielversprechender Kandidat ist die 5-Aminosalicylsäure (5-ASA). Retrospekti ve Studien konnten zeigen, dass 5-ASA das Risiko für kolorektale Karzinome bei Colitis-Patienten signifikant reduziert, ohne dass mit den NSAID-üblichen Nebenwirkungen gerechnet werden muss. Um diesen Zusammenhang zu bestätigen, sind allerdings noch randomisierte und aussagefähige Prospektivstudien zu fordern. Auch eine Erklärung für die protektive Wirkung steht noch aus.

Quelle: Cheng, Y: 5-aminosalicylic acid is an attractive candidate agent for chemoprevention of colon cancer in patients with inflammatory bowel disease, Zeitschrift: World J Gastroenterol, Ausgabe 11 (2005), Seiten: 309-314
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