Praxis-Depesche 7/2017

COPD-Patienten ohne Risikofaktoren

Kein Screening ohne Symptome!

Die „US Preventive Services Task Force“ (USPSTF) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Empfehlungen zur Vorsorge und zur Früherkennung. Für die COPD war nun eine Überarbeitung der alten Empfehlungen aus 2008 fällig.

Unter „Screening“ verstand die USPSTF im Sinne ihrer überarbeiteten Empfehlung die Evaluation von asymptomatischen Personen mittels Fragebogen und – falls die Befragungsergebnisse Anhalt für ein COPD-Risiko geben – eine folgende Spirometrie. Alternativ konnte auch eine primäre Screening-Spirometrie ohne vorhergehende Bronchodilatation durchgeführt werden, bei Bedarf gefolgt von einer diagnostischen Spirometrie.
Die USPSTF fand keinen Beleg, dass ein COPD-Screening bei asymptomatischen Personen irgendeinen Benefit bezüglich Lebensqualität, Morbidität oder Mortalität hat. Ein frühzeitiges Erkennen einer COPD (ehe sich Symptome entwickeln) ändert nichts am Krankheitsverlauf. Ein COPD-Screening wird demnach mit moderater bis hoher Gewissheit, dass es kein Benefit hat, nicht empfohlen. CB

Kommentar

Was aber empfohlen wird, ist ein „ aktives Fall-Finden“ beim Vorliegen von Risikofaktoren. Einfach übersetzt könnte die Empfehlung lauten: Eine Spirometrie sollte nicht bei jedem Patienten, sondern nur dann durchgeführt werden, wenn sich auf Nachfrage COPD-Risikofaktoren identifizieren lassen. Klagt der Patient über COPD- (verdächtige)- Symptome, ist eine diagnostische Abklärung ohnehin geboten.

Redaktion Praxis-Depesche

Quelle:

US Preventive Services Task Force (USPSTF): Screening for chronic obstructive pulmonary disease. JAMA 2017; 315: 1372-7



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