Brust-Implantate aus Silikon vor Gericht

Praxis-Depesche 6/2002

Keine erhöhte Inzidenz rheumatischer Erkrankungen nachweisbar

Ein US-Gericht beauftragte 1996 ein Expertengremium mit der Klärung der Frage, ob durch Brust-Implantate aus Silikon das Risiko für systemisch-entzündliche Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen), wie systemischer Lupus erythematosus oder Sjögren-Syndrom, erhöht ist. Ein Review fasst einen Teil des 225-seitigen Berichtes zusammen.

Aus medizinisch-naturwissenschaftlichen Datenbanken wurden 24 relevante Studien identifiziert und analysiert. Ein Zusammenhang zwischen Brustimplantaten aus Silikon und typischen oder atypischen Kollagenosen konnte nicht festgestellt werden. Unstimmigkeiten gab es in einigen Studien hinsichtlich der Symptome Gelenkschmerzen, Lymphadenopathie, Myalgie, Sicca-Syndrom, Hautveränderungen und Steifheitsgefühl. Das Vorgehen in diesem Fall stellt ein Beispiel dar, wie ein unabhängiges Wissenschaftler-Gremium einem Gericht bei der Wahrheitsfindung helfen kann. (AK)

Quelle: Tugwell, P: Do silicone breast review for a court-appointed national science panel, Zeitschrift: ARTHRITIS AND RHEUMATISM, Ausgabe 44 (2001), Seiten: 2477-2484
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