Hypermobilitäts-Syndrom | Praxis-Depesche 20/2002

Keine Kuriosität, sondern chronische Erkrankung

Über das Krankheitsbild des benignen Gelenk-Hypermobilitäts-Syndroms (BJHS) wurden in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gewonnen.

Das BJHS wird heute als eine "forme fruste" erblicher Bindegewebskrankheiten betrachtet und entspricht nach klinischen Kriterien einem Subtyp des Ehlers-Danlos-Syndroms. Hauptsymptome sind muskuloskelettale Schmerzen im Bereich einzelner oder meh-rerer hypermobiler Gelenke. Die Schmerzen entstehen durch wiederholte Dislokationen, traumatisch bedingte Bindegewebsverletzungen oder Entwicklung einer frühzeitigen Osteoarthritis. Die Krankheit beginnt oft schon im Kindes- oder Jugendalter und kann sich ohne adäquate Behandlung zu einem chronischen Schmerzsyndrom entwickeln. Nach einer repräsentativen Umfrage unter britischen Rheumatologen waren diese Definitionen allerdings nur einer Minderheit der Ärzte geläufig. Knapp die Hälfte der Befragten maß der Erkrankung keinen wesentlichen Einfluss auf das Leben der Betroffenen zu, als wirksamste Therapiemaßnahme wurde "Zuspruch" genannt! In der Tat sind Analgetika und Antirheumatika bei diesen Patienten nicht wirksam, indiziert sind vielmehr spezielle physiotherapeutische Maßnahmen zur Stabilisierung der Gelenke. Ungezielte Krankengymnastik kann dagegen mehr schaden als nutzen.

Quelle: Murray, KJ: Benign joint hypermobility in childhood, Zeitschrift: RHEUMATOLOGY, Ausgabe 40 (2001), Seiten: 489-491: , Zeitschrift: , Ausgabe (): , Zeitschrift: , Ausgabe (): , Zeitschrift: , Ausgabe ()

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