Kauistik | Praxis-Depesche 5/2019

Keine Pankreatitis, sondern ...

Als eine 18Jährige, bei der zunächst eine chronische rezidivierende Pankreatitis diagnostiziert wurde, erneut mit akuten Bauchschmerzen vorstellig wurde, dachte man zunächst an ein Rezidiv. Doch der wahre Grund war ein ganz anderer.

Die Patientin war in den letzten fünf Monaten mehrmals wegen starker Bauchschmerzen stationär behandelt worden. Bei erhöhten Lipasewerten wurde trotz negativem Bildbefund die Diagnose einer chronisch rezidivierenden Pankreatitis gestellt. Ein Gallenstein wurde nachgewiesen und entfernt, außerdem eine Stenose des Pankreassphinkters vermutet und ein Stent implantiert. Jetzt stellte sich die Frau erneut wegen Übelkeit, Erbrechen sowie Opstipation, Gewichtsverlust und heftigen Unterbauchschmerzen vor. Es fielen eine Tachykardie, Hypertonie und eine Abwehrspannung auf. Die Lebertransaminasen waren leicht erhöht, die Lipase zunächst normal, dann steigend. So wurde zunächst an ein Rezidiv der Pankreatitis gedacht und eine entsprechende Therapie eingeleitet. Eine Verbesserung der Symptomatik blieb aus und in den darauffolgenden Tagen entwickelte sich eine neurologische Symptomatik mit Somnolenz, Muskelschwäche und Parästhesien. Nun erinnerte man sich daran, dass der Mutter der Patientin bei einem früheren Krankenhausaufenthalt ein roter Urin aufgefallen war. Die jetzt geäußerte Verdachtsdiagnose akute intermittierende Porphyrie konnte bestätigt werden. PS
Quelle:

Corden MH et al.: An 18-year-old with acute-on-chronic abdominal pain. Pediat-rics 2018; 141: 5

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