Sportverletzungen

Praxis-Depesche 7/2008

Kickboxen beeinträchtigt die Hypophysenfunktion

Hirnverletzungen durch Unfälle können zu Funktionsstörungen der Hypophyse führen. Gehirnerschütterung, eine häufige Form der Hirnverletzung, tritt bei Sportarten wie Boxen oder Kickboxen regelmäßig auf. Ob das Konsequenzen für die Hypophyse hat, wurde jetzt erstmals in der Türkei untersucht.

Dazu überprüfte man bei 22 Amateur-Kickboxern (16 Männer und sechs Frauen) im Durchschnittsalter von 27,3 Jahren, die an nationalen und internationalen Wettbewerben teilgenommen hatten, die Hypophysenfunk­tion und verglich die Ergebnisse mit denen von 22 gesunden Kontrollen, die ihnen in Alter und Geschlecht entsprachen.

Man bestimmte die basalen Hormonspiegel und führte einen GHRH+GHRP-6-Test sowie Glukagonstimulationstests durch, um die GH-IGF-I-Achse und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse beurteilen zu können. Die IGF-I-Spiegel der Kickboxer waren signifikant niedriger als die der Kontrollen. Fünf Kickboxer wiesen einen Somatotropin-Mangel auf, zwei einen ACTH-Mangel. Man fand eine signifikante negative Beziehung zwischen den IGF-I-Spiegeln und dem Alter der Probanden, der Dauer ihrer sportlichen Aktivität und der Zahl der Kopftreffer.

Quelle: Tanriverdi, F: Kickboxing sport as a new cause of traumatic brain injury-mediated hypopituitarism, Zeitschrift: CLINICAL ENDOCRINOLOGY, Ausgabe 66 (2007), Seiten: 360-366
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