PSC nach Lebertransplantation | Praxis-Depesche 12/2003

Kolektomie reduziert das Risiko

Die primäre sklerosierende Cholangitis (PSC) tritt im Zusammenhang mit chronischen entzündlichen Darmerkrankungen auf. Ultima ratio ist eine Lebertransplantation. Problematisch ist das Wiederauftreten einer PSC nach der Transplantation. Welche Risikofaktoren spielen dabei eine Rolle?

Studienteilnehmer waren 152 Patienten nach einer aufgrund von PSC erfolgten Lebertransplantation. Sie wurden im Durchschnitt 4,4 Jahre weiter beobachtet. In diesem Zeitraum erlitten 56 Patienten (37%) eine erneute PSC, im Schnitt nach 36 Monaten. Bei 24 wurde die Diagnose aufgrund histologischer Befunde gestellt, bei 32 mithilfe radiologischer Verfahren. Bei keinem der Patienten kam es bei dem zweiten Spenderorgan wiederum zur PSC. Zwei Faktoren waren eindeutig mit einem PSC-Rezidiv assoziiert: männliches Geschlecht sowie nicht reseziertes Kolon. Die PSC-Patienten leiden bis zu 80% an Colitis ulcerosa. Die PSC-Wahrscheinlichkeit ist jedoch unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Möglicherweise spielen Autoimmunprozesse wie eine Kreuzreaktion zwischen Gallengangs- und Kolon-Antigenen eine Rolle bei der PSC-Entstehung. (DS)

Quelle: Vera, A: Risk factors for recurrence of primary sclerosing cholangitis of liver allograft, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 360 (2002), Seiten: 1943-1944

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