Praxis-Depesche 8/2017

Nach akutem Schlaganfall

Lagerung beeinflusst Therapieerfolg nicht

Welche Lagerung des Patienten – liegend oder aufrecht – wirkt sich in den ersten 24 Stunden nach einem Schlaganfall positiv auf den Therapieerfolg aus? Diese Frage stand im Fokus einer großen Cluster-randomisierten Crossover-Studie.

Zusammen mit 114 Kliniken in neun Ländern beobachteten die Wissenschaftler insgesamt 11 093 stationäre Patienten mit akutem Schlaganfall. 50% der Patienten wurden direkt nach der stationären Aufnahme für 24 Stunden liegend, die anderen 50% in nahezu sitzender Position (30 Grad) gelagert. Studienendpunkt war Mortalitätsrate und Ausmaß der durch den Schlaganfall verursachten Behinderungen (modifizierte Rankin-Skala) nach 90 Tagen.
Die erhöhte Kopfposition war für die Patienten wohl angenehmer als die liegende. 95% der Patienten konnten diese Stellung über 24 Stunden aufrechterhalten. In der Vergleichsgruppe waren es 87%. Der Unterschied war signifikant (p <0,001).
Für keine der beiden Lagerungsmodalitäten ergaben sich hinsichtlich des Therapieverlaufs irgendwelche Vorteile. Die nicht adjustierte Odds ratio (OR) lag bei 1,01 (95% KI 0,92-1,10; p = 0,84). Dies traf auch auf mögliche Nachteile zu. Die Mortalitätsrate betrug 7,3% (liegende Position) bzw. 7,4% (sitzende Position).
Auch hinsichtlich schwerer Nebenwirkungen gab es keine Unterschiede (14,3% vs. 13,5%). Dies veranlasste die Autoren zu der Empfehlung, die Lagerung des Patienten nach akutem Schlaganfall nach individuellen Vorlieben des Patienten auszurichten. GS

Quelle:

Anderson CS et al.: Cluster-randomized, crossover trial of head ... N Engl J Med 2017; 376: 2437-47



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ICD-Codes: I64

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