Klangbasierte Methoden sind vielversprechend

Praxis-Depesche 5/2022

Lieblingsmusik hilft gegen Angst

In einer Studie der kanadischen Ryerson Universität wurde die Auswirkung von Musik und akustischer Beat-Stimulation (ABS) auf Angstzustände untersucht. Dabei waren nur Musik oder nur ABS zumindest teilweise wirksamer als das beruhigende „rosa Rauschen“.
In die Studie waren 163 Frauen und Männer eingeschlossen, die Medikamente gegen Angststörung einnahmen. Sie wurden auf Behandlungssitzungen im häuslichen Umfeld randomisiert, bei welchen entweder Musik, ABS, beides oder nur sogenanntes „rosa Rauschen“ abgespielt wurde. Das „rosa Rauschen“ beschreibt eine Mischung hoher und niedriger Frequenzen, die am ehesten nach Meeresrauschen klingt und als beruhigend und schlaffördernd gilt. Dazu sollten sich die Proband:innen eine auf sie zugeschnittene Anwendung, die ihren Musikvorlieben entsprach, auf das Smartphone laden und dieser in 24-minütigen Sitzungen mit geschlossenen Augen folgen.
Bei Patient:innen mit mittelstarken Angststörungen führten sowohl die Kombination aus Musik und ABS sowie alleinige Musik zu einer stärkeren Reduktion somatischer Angstzustände, als es das „rosa Rauschen“ vermochte. Zwischen alleiniger ABS und dem beruhigenden Rauschen war kein Unterschied in der angstmindernden Wirkung feststellbar. Die Kombination aus Musik und ABS führte zudem zu einer stärkeren Verminderung der kognitiven Angst als alle drei anderen Varianten.
Für eine effektive angstlindernde Therapie muss es also nicht unbedingt eine komplizierte Geräuschtherapie sein. Viel einfacher und effektiver kann es sein, sich zur Beruhigung eine Playlist mit seiner Lieblingsmusik anzuhören. GH
Quelle: Mallik A et al.: The effects of music & auditory beat stimulation on anxiety: a randomized clinical trial. PLoS One 2022; Epub Mar 9; doi: 10.1371/journal.pone.0259312
ICD-Codes: F41.9
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