Maschinenöl, Herbizide, Pestizide | Praxis-Depesche 16/2000

Lymphomrisiko durch Chemiegifte

Die Ätiologie des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) ist bislang nur unzureichend aufgeklärt. Eine wichtige Rolle spielt offensichtlich die chronische Exposition mit bestimmten Chemikalien. Kanadische Wissenschaftler entdeckten mit Hilfe einer Fall-Kontroll-Studie einen signifikanten Zusammenhang zwischen beruflichem Schadstoffkontakt und kanzerogenen Effekten.

In Kanada steigt die Inzidenz von Non-Hodgkin-Lymphomen seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Epidemiologen nutzten Krebsregisterdaten von 1 469 histologisch bestätigten NHL-Fällen des Zeitraums von 1994 bis 1997 aus acht kanadischen Provinzen und eine vergleichbare Gruppe von 5 073 Kontrollen ohne Krebserkrankung, um die spezifischen Expositionsrisiken für bestimmte Chemiegifte zu untersuchen. Mit Hilfe von Fragebögen wurden Angaben zum sozioökonomischen Status sowie zum Lebensstil, zur Ernährung, zum Beruf und zur Exposition mit 17 verschiedenen Chemikalien gewonnen; sie wurden dann im Hinblick auf das Lymphom-Risiko statistisch ausgewertet. Männer, die eine Schadstoffbelastung mit Benzidin, Mineral-, Schneide- und Schmieröl, Pestiziden sowie Herbiziden aufwiesen, hatten ein erhöhtes Risiko, ein Non-Hodgkin-Lymphom zu bekommen. Im Vergleich zu Nichtexponierten betrugen die spezifischen Risiken 1,9 für Benzidin sowie jeweils 1,3 für Öle, Pestizide und Herbizide. Ein abnorm erhöhtes NHL-Risiko war für Frauen mit Exposition gegenüber Pestiziden und Holzstäuben nachweisbar. Das Krebsrisiko nahm darüber hinaus mit ansteigender Expositionsdauer (in Jahren) für Benzidin und Herbizide bei Männern und für Holzstäube bei Frauen signifikant zu. Besondere Expositionsrisiken entstehen offensichtlich auch durch den zunehmenden Gebrauch von Pestiziden und Herbiziden in Privathaushalten.

Quelle: Mao, Y: Non-Hodgkin's lymphoma and occupational exposure to chemical in Canada, Zeitschrift: ANNALS OF ONCOLOGY, Ausgabe 11 Supp 1 (2000), Seiten: 69-73

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