Praxis-Depesche 19/2006

Männer sind seltener HPV-infiziert

Eine Genitalinfektion mit humanen Papillomaviren (HPV) gehört weltweit zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen. Während die Epidemiologie und Pathogenese bei Frauen gut untersucht wurde, ist über die Infektionen der Männer vergleichsweise wenig bekannt. Doch auch bei ihnen ist eine HPV-Infektion mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert.

Häufigster Virus-Subtyp ist auch hier HPV 16. Vergleicht man Kollektive vergleichbaren Alters, so scheint die Prävalenz von HPV bei Männern niedriger zu sein als bei den Frauen. Nicht festgestellt werden konnte in der Querschnittsstudie jedoch, ob es sich tatsächlich um eine niedrigere Rate handelt oder ob die HPV-Infektion bei Männern nur schneller wieder verschwindet. Au ßerdem ist die Seroprävalenz von Anti-HPV-Antikörpern bei Männern ebenfalls nied riger als bei Frauen, zurück zu führen möglicherweise auf eine niedrigere Viruslast, eine niedrigere Inzidenz oder Dauer der Infektion und/oder eine verringerte Antikörper-Response bei den Männern im Vergleich zu Frauen. Unterschiede bei den Sexualpraktiken (mehrere Geschlechtspartner, Verkehr ohne Kondom) können als Prädiktoren für eine genitale HPV-Infektion herangezogen werden.

Angesichts der in Kürze verfügbaren HPV-Vakzine sollten auch für Männer kos teneffektive Maßnahmen zur Infektionsprävention durch Immunisierung und Informationen über risikominimierendes Verhalten entwickelt werden. (bk)

Quelle: Partridge, JM: Genital human papillomavirus infection in men., Zeitschrift: The Lancet infectious diseases., Ausgabe 6 (2006), Seiten: 21-31
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x