Meniskus-Chirurgie PRAXIS-TIPP | Praxis-Depesche 6/2018

Man kann die Reha verkürzen

Die klassische Reha nach Reparatur einer Meniskusruptur sieht vor, das Knie möglichst zu schonen und ruhig zu halten. Nachteile einer frühen Belastung ließen sich bisher aber nicht feststellen.

Die Evidenz für verschiedene Rehabilitationsstrategien nach Meniskuschirurgie fasst eine aktuelle Metaanalyse zusammen. Eingeschlossen waren 17 Studien mit insgesamt 798 Patienten, von welchen 438 eine bewegungseingeschränkte Reha und 360 Patienten ein verkürztes Rehaprogramm mit sofortiger maximal tolerierbarer Gewichtsbelastung absolvierten. Zwar war eine Gesamtanalyse aufgrund der heterogenen Studienmethodik und -qualität nicht möglich, doch zeichnete sich insgesamt ab, dass ein verkürztes Rehaprotokoll der Meniskusheilung nicht im Wege steht.
Aus konservativer Sicht sollte eine Gewichtsbelastung und starke Flexion des Kniegelenks vermieden werden, um die Reparatur des Meniskus nicht durch hohe Kompressions- und Scherkräfte zu gefährden. Nach einer MRI-Studie ist zumindest ohne Gewichtsbelastung eine Knieflexion von 110° bei medialem Meniskusriss bzw. 60° bei lateralem Meniskusriss sicher. Weitere Studien zeigen, dass der meniscofemorale Kontaktdruck auch bei partieller Gewichtsbelastung eine Flexion um bis zu 90° erlaubt. Eine frühe Gewichtsbelastung wirkt vermutlich sogar heilungsförderlich und sorgt dafür, dass schneller wieder ein voller Funktionsumfang hergestellt wird – gerade für sportliche Patienten ein wichtiger Vorteil.
Die Autoren betonen aber, dass die Evidenz für klare Empfehlungen nicht ausreicht. Zum einen mangelt es an Langzeitdaten, zum anderen beziehen sich die Studien meist auf longitudinale Rupturen, die wesentlich weniger kompliziert sind als radiale Meniskusrisse. OH

ICD-Codes: M23.3

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