Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Praxis-Depesche 13/2000

Mehr Mut zur Immunsuppression!

Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, die steroidrefraktär oder -abhängig geworden sind oder Fisteln entwickelt haben, profitieren erheblich von Azathioprin. Auch Steroide lassen sich sehr effizient einsparen. Zur Erhaltung der Remission eignet sich das Immunsuppressivum ebenfalls. Die Vorteile der immunsuppressiven Therapie werden in der Praxis bisher aber kaum genutzt.

Etwa 50% der Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, die akut mit systemischen Steroiden behandelt werden müssen, werden steroidabhängig bzw. die Steroidtherapie wirkt nicht mehr ausreichend. Sie sollten einer immunsuppressiven Therapie zugeführt werden. Dennoch kommen Immunsuppressiva nur bei 5 bis 7% der Patienten zum Einsatz, wie Prof. Franz Hartmann, Frankfurt, betonte. Azathioprin gilt als Mittel der ersten Wahl. Über 80% der Patienten erfahren eine deutliche Besserung durch Azathioprin. Es muss immer langfristig eingesetzt werden. Die Rezidivrate nach Induktion einer Remission kann damit signifikant gesenkt werden. Die Dosis sollte bei 2 bis 2,5 mg/kg KG per os liegen. Mit dem Eintritt der Wirkung ist in drei Monaten zu rechnen. Deshalb gehören initial systemische Steroide dazu. Nebeneffekte wie Knochenmarksdepression, Pankreatitis, Hepatoxizität und Infektionen sind in je 2% der Fälle zu erwarten. (AB)

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