Chronische Niereninsuffizienz

Praxis-Depesche 4/2017

Mehr Na-Ausscheidung, mehr KHK-Risiko

Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis. Nach einer neuen Studie ist eine vermehrte Natrium-Aufnahme ein zusätzlicher Risikofaktor.

In die Studie aufgenommen wurden 3757 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, bei welchen 804 kardiovaskuläre Ereignisse aufgetreten waren. Bei 575 Patienten handelte es sich dabei um Herzinsuffizienz, bei 305 um Myokardinfarkt und bei 148 um Apoplex. Die Ereignisse wurden in Relation zur Natrium-Menge im 24-Stunden-Urin gestellt und die Patienten in vier Gruppen aufgeteilt. Bei Gruppe 1 lagen die Werte <2894 mg/24 Stunden und bei Gruppe 4> 4548 mg/24 Stunden. Die kumulative Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse lag in diesen Quartilen bei 18,4%, 16,5%, 20,6% und 29,8%. Die Inzidenz von Herzinsuffizienz lag bei den Patienten mit der niedrigsten Na-Ausscheidung bei 13,3% gegenüber 23,2% in der höchsten Quartile. Bei Herzinfarkt betrugen die Vergleichszahlen 7,8% vs. 10,9% und bei Apoplex 2,7% vs. 6,4%. Die Hazard Ratio zwischen der niedrigsten und höchsten Quartile betrug beim kombinierten Endpunkt 1,36, bei Herzinsuffizienz 1,34 und bei Apoplex 1,81. Insgesamt bestand eine lineare Beziehung zwischen der Höhe der Na-Ausscheidung und dem kardiovaskulären Risiko. Fabula docet: Chronisch insuffizienten Patienten sollte man durchaus zumindest eine leichte Einschränkung der Kochsalzzufuhr empfehlen. PS
Quelle:

Mills KT et al.: Sodium excretion and the risk ... JAMA 2016; 315(20): 2200-10

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