Herzinsuffizienz-Marker

Praxis-Depesche 12/2005

Mit BNP Prognose besser einschätzen

Natriuretische Peptide werden vom Herzen als Reaktion auf erhöhte Wandspannung und erhöhtes intravaskuläres Volumen freigesetzt. Mediziner aus Australien haben nun in einer Metaanalyse untersucht, wie gut das BNP (B steht für brain) oder sein Vorläufer NT-proBNP als prognostischer Marker bei Patienten mit Herzinsuffizienz geeignet ist.

Zu den bekannten Faktoren für eine hohe Mortalität bei Herzinsuffizienz gehören fortgeschrittenes Alter, Diabetes mellitus, Nierenfunktionsstörungen, höher eingestufte Behinderung (z. B. nach NYHA-Klassen), niedrige linksventrikuläre Ejektionsfraktion, niedrige Natriumkonzentration, niedriger BMI, niedriger Blutdruck, niedrige Lebensqualität und bestehende Knöchelödeme. Die klinische Abschätzung der Prognose ist trotz dieser einzeln nicht stark korrelierten Faktoren schwierig. Für die Metaanalyse wurden 19 Studien analysiert, die sich mit dem Zusammenhang zwischen BNP-Konzentrationen im Serum und der Herztodwahrscheinlichkeit sowie der Häufigkeit kardialer Zwischenfälle bei Patienten mit Herzinsuffizienz befassten, sowie fünf bei asymptomatischen Patienten. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ließ sich aus vier Studien mit kontinuierlichen BNP-Wert-Angaben ein Anstieg des relativen Mortalitätsrisiko pro 100 pg/ml Anstieg des BNP-Spiegels um jeweils 35% errechnen. Patienten, deren BNP-Spiegel nicht auf die Therapie ansprechen, scheinen ein besonders hohes Risiko zu haben. Die Spiegel nach einer Stabilisierung haben einen höheren prädiktiven Wert als die initialen Spiegel. Mit BNP ließen sich auch Mortalität und Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse bei asymptomatischen Personen abschätzen. Die Mortalität innerhalb von vier bzw. fünf Jahren verdoppelte sich bei relativ niedrigem Cut-off. BNP wurde bei Herzinsuffizienz in 35 Prognose-Modellen eingesetzt. Neunmal war es der einzige signifikante Parameter. Es ist ein guter prognostischer Marker in allen Stadien und scheint viele andere Parameter wie die NYHA-Klassifizierung, das Kreatinin im Serum und evtl. auch die linksventrikuläre Ejektionsfraktion zu übertreffen. (MO)

Quelle: Doust, JA: How well does B-type natriuretic peptide predict death and cardiac events in patients with heart failure: systemic review, Zeitschrift: BRITISH MEDICAL JOURNAL, Ausgabe 330 (2005), Seiten: 625-627
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