| Praxis-Depesche 22/2004

Mollaret-Meningitis und HSV-2

Die seltene Mollaret-Meningitis scheint mit Herpes-simplex-Virus Typ 2 assoziiert zu sein.

Ein 55-jähriger Mann kam mit Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost und leicht erhöhter Temperatur in eine Klinik. Er hatte schon öfter Episoden von Meningitis gehabt, die nach Gabe von Aciclovir zurückgegangen waren. Eine Lumbalpunktion zeigte eine Pleozytose. Der Patient erhielt Antibiotika und Aciclovir. Im Liquor waren weder Bakterien noch Pilze, Viren oder Cryptococcus-Antigene nachweisbar. Nach fünf Tagen zeigte ein PCR-Test DNA von Herpes simplex an. Im Serum des Patienten wurden Antikörper (IgG) gegen HSV-2, nicht jedoch gegen HSV-1 gefunden. Im Liquor waren große atypische Zellen sichtbar, deren Kerne die Form von Fußabdrücken hatten. Diese charakteristischen Mollaret-Zellen sind eigentlich Monozyten, die oft als Endothelzellen bezeichnet werden. Es gibt weitere Fallberichte, die die Mollaret-Meningitis mit HSV-2 in Verbindung bringen. Die rezidivierenden Episoden, zwischen denen Monate oder Jahre liegen können, klingen meist nach einigen Tagen ab. Aciclovir ist Mittel der Wahl. (MF)

Quelle: Ellerin, TB: Recurrent meningitis of unknown aetiiology, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 363 (2004), Seiten: 1772

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