| Praxis-Depesche 16/2007

MS-Verlauf bei Ge­schwis­tern nicht identisch

Sowohl genetische und umweltbedingte Einflüsse spielen bei der MS-Entstehung eine Rolle. Inwiefern diese Risikofaktoren auch die phänotypische Expression der Erkrankung beeinflussen, ist unklar.

1083 Familien europäischer Herkunft mit mindestens zwei Verwandten ersten Grades, die an multipler Sklerose erkrankt sind, wurden in einer retrospektiven Studie auf Übereinstimmung in Erkrankungsbeginn, -muster, -verlauf und Schweregrad untersucht.

Der Erkrankungsbeginn erwies sich sowohl bei Geschwistern als auch bei Eltern-Kind-Paaren als konkordant; das Jahr der Erkrankung stimmte allerdings nur bei Geschwisterpaaren überein. Ebenso ähnelte sich der klinische Verlauf nur bei Geschwis­tern signifikant. Die genannten Übereinstimmungen betreffen alle Verlaufsformen der Erkrankung (rezidivierend-remittierend, sekundär progredient, primär progredient). Keine Übereinstimmung besteht beim Schweregrad der Erkrankung, weder bei Geschwistern noch bei Eltern-Kind-Paaren. Welcher Elternteil (Vater oder Mutter) bei den Eltern-Kind-Paaren betroffen war, spielte keine Rolle bei der Erkrankung des Kindes.

Für die Beratung betroffener Familien ist von besonderer Bedeutung, dass der Schweregrad nicht familiär gebunden ist, d. h. dass der Betroffene keine Rückschlüsse über seine persönliche Prognose und die möglicherweise resultierende Behinderung aus dem Zustand seiner betroffenen Verwandten ziehen darf.

Quelle: Hensiek, AE: Familial effects on the clinical course of multiple sclerosis, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 68 (2007), Seiten: 376-383

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