Fettstoffwechselstörungen

Praxis-Depesche 8/2008

Multidimensionale Lipidkorrektur - vielversprechend

Für die Therapie der kombinierten Dyslipidämie oder primären Hypercholesterinämie wird in absehbarer Zeit die Kombination Nikotinsäure plus Laropiprant zur Verfügung stehen.

Auf die Bedeutung des HDL machte Prof. Klaus Parhofer, München, auf einem Symposium zur Lipidtherapie aufmerksam. Nicht nur der Cholesterin-Rücktransport aus der Peripherie ist dabei wichtig; HDL wirkt auch antiinflammatorisch, antioxidativ und antithrombotisch. Zudem stimuliert es die endotheliale NO-Synthetase und induziert so eine Vasodilatation.

Nikotinsäure hat den Vorteil, dass es auf mehrere Parameter des Lipidstoff­wechsels gleichzeitig wirkt. Die kombinierten Daten aus den Zulassungsstudien zeigten (gegenüber den jeweiligen Ausgangswerten) eine Zunahme des HDL-Cholesterins um 24%, eine Senkung der Triglyzeride um 32%, einen Rückgang des LDL-Choleste­rins um 16% sowie eine Reduktion des Lipoprotein (a) um 25%.

Gegenüber Lifestyle-Veränderungen, Fib­raten und Statinen erzielt Nikotinsäure den höchsten Anstieg an HDL-Cholesterin, so Prof. Jörg Kreuzer, Limburg. Problematisch war hier bislang die häufige Rate an Flush-artigen Hautreaktionen durch Freisetzung von Prostaglandin D2. Präparate mit sehr langsamer Freisetzung zeigten keine wesentlichen Verbesserungen. Die Lösung des Problems bestand darin, Nikotinsäure mit dem Prostaglandin-Rezeptoragonisten Laropiprant zu kombinieren. Laropiprant ist in der Lage, die Zunahme der Hautdurchblutung bei gleichzeitig applizierter Nikotinsäure signifikant zu senken. ANF

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