COPD | Praxis-Depesche 2/2019

Nach Exazerbation wachsam bleiben!

Die Prognose nach einem Krankenhausaufenthalt wegen einer Exazerbation von COPD hat große Bedeutung für den einzelnen Patienten wie auch für betreuende Ärzte und Pflegepersonen. Die Häufigkeit weiterer Hospitalisationen schwankt beträchtlich.

Einer Studie aus den USA nach bringen Interventionen während des ersten Monats einer Hospitalisierung nach einer Exazerbation keine ausreichende Besserung für den langfristigen Verlauf einer COPD. Diese Studie haben zwei Pneumologen aus Chicago kommentiert und verweisen dabei auf fünf klinische Studien aus Europa, die dafür sprechen, dass das Mortalitätsrisiko nach COPD-Behandlung im Krankenhaus binnen eines Jahres zwischen 22 und 36 % liegt. Es ist damit etwa doppelt so hoch wie innerhalb der ersten 30 Tage. Für die USA lagen bisher noch keine entsprechenden Daten vor. Nach den Ergebnissen der o. g. Studie entspricht die Einjahresmortalität in den USA in etwa den europäischen Befunden. Das höchste Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko registrierte man während der ersten Tage nach Entlassung aus dem Krankenhaus. Das Risiko sank dann innerhalb von einem Monat um 50 %, innerhalb von zwei um 95 %.
Etwa 5 % der hospitalisierten COPD-Patienten wurden invasiv beatmet; bei 6 % reichte nichtinvasive Ventilation. Eine invasive bzw. nicht-invasive Atemunterstützung war mit einem höheren kumulativen Sterberisiko über ein Jahr verbunden (46 bzw. 42 % gegenüber 24 % bei keiner Atemunterstützung). Die Wiedereinweisungsraten waren dagegen in allen drei Gruppen ähnlich (64 bis 66 %). Im Krankenhaus behandelte COPD-Patienten hatten innerhalb eines Jahres ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko, eine erneute Exazerbation zu erleiden. Das Sterberisiko war im Vergleich zu Durchschnittspatienten besonders hoch, wenn irgendeine Form der Atemunterstützung notwendig war.
Die Studie fokussierte auf Patienten im Alter von > 64 Jahren; die Ergebnisse sind daher nicht unbedingt für jüngere Kollektive relevant. Beurteilungskriterien waren Wiedereinweisung und Tod; über andere Ereignisse und Komplikationen nach der Entlassung (z. B. Angststörungen, funktioneller Status) können keine Aussagen getroffen werden. Als Einflussgröße auf den Verlauf wurde nur der Beatmungsbedarf herangezogen; weitere Faktoren dürften aber ebenfalls eine Rolle spielen. WE

Quelle:

Tan AM et al.: How long should we be vigilant after a hospitalization ... Am J Respir Crit Care Med 2018; 197: 975-7

ICD-Codes: J44.9

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