Prognose der Nephropathie | Praxis-Depesche 5/2018

Neue Biomarker dringend gesucht

Die diabetische Nephropathie ist bei vielen Diabetikern der lebensbegrenzende Faktor. Es wäre hilfreich, mit neuen Biomarkern die Prognose abschätzen zu können.

Britische Fachleute konstatieren, dass schon der Informationsgehalt der etablierten Marker, in erster Linie Albuminurie und errechnete glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), nicht voll ausgeschöpft wird. Dabei könnte damit die Prognose einer diabetischen Nephropathie zumindest halbwegs abgeschätzt werden.
Die meisten neuen Biomarker, über die sporadisch berichtet wird, korrelieren ziemlich eng miteinander, sodass die Bestimmung aller Redundanz erzeugen würde. Es fehlt an Studien, die diese Biomarker simultan evaluieren, um die wirklich eigenständigen herauszufiltern. Bei den meisten Biomarkern in der Literatur handelt es sich um Bestimmungen einzelner oder weniger Parameter in Einzeltests (meist als ELISA) oder um Multiplex-Plattformen, wie das Myriad RBM KidneyMAP Panel. In einer langen Aufzählung von Veröffentlichungen finden sich sowohl jahrelang bekannte Parameter (wie NAG im Urin) als auch moderne Ansätze (z. B. Metabolomics und andere „omics“ in Plasma oder Urin). Alle diese Studien, auch die der Autoren, sind zu klein für eine verlässliche Beurteilung der Aussagekraft der Biomarker. Umfangreiche Kooperationen entsprechender Institute wären nötig, um die Power zu erreichen, die für eine aussagekräftige Evaluierung nötig wäre. Vielversprechend erscheinen Ansätze, die sich auf große Sets von Lipiden, Metaboliten, Aminosäuren, Peptiden oder Proteinen stützen (die „omics“). WE

Quelle:

Colhoun HM, Marcovecchio ML: Biomarkers of diabetic kidney disease. Diabetologia 2018; 61: 996- 1011

ICD-Codes: E14.20 N08.3

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