Humor im Hörsaal | Praxis-Depesche 11/2018

Nicht (immer) witzig!

In einer entspannten Atmosphäre lernt es sich besser. Wenn Lehrer den Unterricht dann auch noch mit Humor gestalten, ist das dem Lernerfolg zudem zuträglich. In den USA wurde nun untersucht, welche Art von Humor wie auf Studenten wirkt – dabei kamen Witze über Donald Trump nicht mal am schlechtesten an.
1637 Studenten der Naturwissenschaften füllten Fragebögen zum Thema aus, wie sich der Humor ihrer Dozenten auf ihr Lernverhalten auswirkte. Fast 99% der Studenten gaben an, dass Humor in der Vorlesung einen positiven Effekt auf das Klassenklima hat. Die Art des Humors spielte dabei eine wichtige Rolle. So führte „lustiger Humor“ zu positiven Effekten, während „offensiver, verletzender Humor“ negative Auswirkungen auf die Stimmung der Studenten hatte.
Witze und Anekdoten zu wissenschaftlichen Themen, zur Uni und über das Fernsehen kamen bei 76 bis 89% der Studenten gut an. Am schlechtesten schnitten Witze über bestimmte ethnische Gruppen und Minderheiten ab: 64% der Befragten fanden Kalauer über Menschen mit Behinderungen unangemessen und dem Lernerfolg nicht zuträglich, bei Witzen über Homosexuelle und Mexikaner waren es 59% bzw. 61%.
Politischer Humor stelle sich als zweischneidiges Schwert heraus: Witze über Donald Trump fanden 46% gut und 17% verletzend. Damit waren Trump-Witze nur unwesentlich unbeliebter als Geschichten über süße Hunde und Katzen und Sport. CB

Quelle:

Cooper KM et al.: To be funny or not to be funny: gender differences in student perceptions of instructor humor in college science courses. PLoS ONE 2018; 13: e0201258

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