Fragebogen für Demenzkranke | Praxis-Depesche 5/2018

Nonverbale Beurteilung von Schmerzen

Um den Schmerzstatus bei schwer dementen Menschen einzuschätzen, muss man sich auf nonverbale Informationen verlassen. Eine sehr zuverlässige Evaluation gelingt mit dem Facial Action Coding System (FACS), das bis zu 44 Gesichtsmerkmale berücksichtigt. Mit der für den Klinikeinsatz ausgelegten Pain Assessment Checklist for Limited Ability to Communicate-II (PACSLAC II) gelingt dies deutlich schneller und nach neuen Daten auch mindestens genauso gut.

Das FACS benötigt eine spezielle Video-Ausrüstung und viel Zeit, um Bild für Bild die Gesichtszüge detailliert auszuwerten. Der PACSLAC- II fragt dagegen einfach das Vorliegen von 31 Schmerz-assoziierten Verhaltensmerkmalen ab, inklusive Gesichtsausdruck, Verbalisationen der Vokalisationen, Körperbewegungen, soziale oder mentale Veränderungen und veränderte Alltagsgewohnheiten.
Die Zuverlässigkeit beider Tools verglich man nun an 48 über 65-jährigen Pflegepatienten mit schwerer Demenz und stark eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit sowie an 52 ambulanten nicht-dementen Patienten einer physiotherapeutischen Klinik.
Die FACS-Analyse zeigte eine hohe Korrelation mit den numerischen Angaben der Kontrollpatienten, und das gleiche Muster fand sich bei den Demenzpatienten. Die Ergebnisse deckten sich auch mit denen der PACSLAC-II, und zwar unabhängig davon, ob die Merkmale Frame für Frame oder – wie im klinischen Setting üblich – im Rahmen einer Gesamtbeobachtung bewertet wurden. Dass die PACSLAC- II neben dem Gesichtsausdruck auch weitere Parameter berücksichtigt, ist neben ihrer Einfachheit ein weiterer Vorteil. OH

Quelle:

Hadjistavropoulos T et al.: Pain in severe ... Eur J Pain 2018; Epub Dez 16; doi: 10.1002/ejp.1177

ICD-Codes: R52.9

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